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01/08/2018
Velvet Buzzsaw Filmset in Downtown Los Angeles

Velvet Buzzsaw – Am Filmset in Downtown LA

„Lass uns die Straßenseite wechseln. Da vorne ist eine Baustelle!“, höre ich Jenny noch sagen, als wir uns dem Museum "The Broad*“ in Downtown Los Angeles nähern. Das "MOCA", kurz für "Museum of Contemporary Art*", liegt zu unserer Rechten, als wir die South Grand Avenue in Richtung Norden entlangspazieren.

Auf den ersten Blick sieht das, was da vor uns liegt, wirklich aus wie eine Baustelle, aber so ganz will das Bild nicht passen. Als einer der weißen Trucks dreht, sehe ich auf der Tür das große Logo meines alten Arbeitgebers „Warner Bros.“ aufblitzen. Nix da Baustelle… hier wird gedreht.

Dafür, dass offensichtlich ein Film gedreht wird, hält sich der Trubel doch stark in Grenzen. Für die in Downtown arbeitende Bevölkerung ist so ein Filmset einfach etwas völlig Alltägliches. Nur einige Wenige heben kurz den Kopf, während sie in der Schlange eines Food Trucks auf ihr Essen warten. Es ist Mittagszeit und die Bürotürme leeren sich immer mehr, was auf den Straßen zu einer wahren Invasion an Schlipsträgern führt.

Ein großes Schild kurz vor dem Eingang zur Colburn School macht uns auf die Abtretung unserer Bildrechte aufmerksam, wenn wir entscheiden weiterzugehen. Natürlich interessieren mich meine Bildrechte einen feuchten Dreck, denn auf dem Schild prangt der Name „Dan Gilroy“, seines Zeichens Regisseur und Drehbuchautor, für den Oscar nominiert und zu Recht ein ganz Großer im Filmgeschäft.

Am Set von Velvet Buzzsaw in Downtown LA

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Dan Gilroy und seine Werke

Dan Gilroy ist witzigerweise mit Rene Russo verheiratet, die sowohl in "Nightcrawler", als auch in "Freejack" und eben jetzt in "Velvet Buzzsaw" bedeutende Rollen spielt.

Einige der Filme, für die er Drehbücher geschrieben hat, wirst du kennen, ohne zu wissen, dass sie aus seiner Feder stammen. „Freejack“, „Das Bourne Vermächtnis“ und „Kong: Skull Island“ sind nur ein paar der Blockbuster, die er zu Papier gebracht hat.

Als Regisseur arbeitet er erst seit 2014. Sein Debut, „Nightcrawler“ hat mich damals vom Sessel gehauen. Ein perfekter Film, der mit Jake Gyllenhaal, Rene Russo und Bill Paxton (RIP) eine, für ein Erstlingswerk, hochkarätige Besetzung hat und ihm eine Oscarnominierung für das beste Drehbuch eingebracht hat.

2017 legt Gilroy nach mit „Roman J. Israel Esq.“, in dem Denzel Washington als Pflichtverteidiger überzeugt, dessen Leben durch einige Schicksalsschläge aus den Fugen gerät. Colin Farrell spielt ebenfalls eine Rolle in dem Film, der bis auf wenige Ausnahmen komplett in Downtown Los Angeles gedreht wurde.

Da wundert es nicht, dass es ausgerechnet Dan Gilroys Set ist, auf dem wir nun in Downtown stehen. Der Mann hat ein Faible für LA.

Das Filmset

Obwohl es nicht das erste Filmset ist, in dem ich stehe, bin ich massiv beeindruckt von der Geschwindigkeit, mit der alles vonstattengeht. Die Szene, die hinter und wohl auch in der Colburn School gedreht wurde, ist gerade im Kasten, als wir auftauchen. Wir sehen nur noch eine kleine Gruppe Menschen sehr zügig im Seiteneingang der Musikschule verschwinden, bevor plötzlich alles ganz schnell geht.

Jeder scheint zwei Extrapaare an Armen zu haben, als die Trucks beladen werden, die die Straße vor dem „The Broad“ säumen. Zwei Securities sorgen dafür, dass niemand die Filmautos mopst oder Equipment verschwindet.

Jeder Handgriff sitzt und jeder Einzelne der ungefähr 60 Anwesenden ist in seine Arbeit vertieft. Ganz egal ob es das gutbestückte Cateringzelt, einer der vielen Kamerakräne oder das Soundequipment ist… das nächste Set wartet bereits.

Auf meine Frage, wo denn wohl als nächstes gedreht werde, ernte ich nur ein freundliches Lächeln und ein unmissverständliches Schulterzucken. Laufkundschaft ist beim Film anscheinend nicht das Problem, aber man möchte sich offenbar nicht auch noch Filmtouristen anlachen, die fotografierend am Set stehen. Schade ist es, aber ich kann es nachvollziehen.

Velvet Buzzsaw

Während wir uns im Colburn Café, im Innenhof des Instituts, einen Kaffee gönnen, fällt mein Blick erneut auf den verlassenen Regiestuhl direkt vor der Tür und ich bereue es etwas, nicht fünf Minuten früher vor Ort gewesen zu sein.

Bis „Velvet Buzzsaw“ im Oktober auf Netflix erscheint, kann ich nur rätseln, ob der schwarze Jaguar F-Type und das auffällig saubere Motorrad, beides zwischen den Film Trucks geparkt, tatsächlich im Film vorkommen.

Am Set von Velvet Buzzsaw in Downtown LA
Am Set von Velvet Buzzsaw in Downtown LA

Zum Thema des Films würde der Luxusschlitten jedenfalls passen. Der mit Jake Gyllenhaal, Rene Russo, John Malkovich und Zawe Ashton besetzte Horror-Thriller spielt in der Kunstszene und soll sich angeblich stark um die einzelnen Charaktere drehen, deren episodenhafte Beleuchtung das Fundament des Films bildet. Die Handlung wird Seitens Gilroy wie folgt beschrieben:

„The pic revolves around big money artists and mega-collectors who pay a high price when art collides with commerce.“

Etwas näher betrachtet, ist es Zawe Ashtons Charakter, der die Hauptrolle einnimmt. Sie spielt eine aufstrebende Künstlerin in Los Angeles, die eines Tages die Leiche eines bereits etablierten Künstlerkollegen findet und einige seiner unveröffentlichten Werke als ihre Eigenen ausgibt. Der damit verbundene Ruhm und Reichtum, in Kombination mit den limitierten Möglichkeiten dem guten Ruf weiter gerecht werden zu können, sorgt für eine Abwärtsspirale, die auch die anderen Charaktere nicht verschont.

Wer mehr wissen will, findet Antworten in den Interviews mit Jake Gyllenhaal, Toni Collette und Dan Gilroy himself.

Man darf also gespannt sein, was sich das Team da Düsteres zusammenspielt. Gerüchten zufolge soll der Film etwas an „The Player“ erinnern, eine Satire auf den Niedergang Hollywoods und der amerikanischen Kulturszene im Ganzen. Gedreht von Robert Altman und mit Tim Robbins in der Hauptrolle.

Also Kinners… ab Oktober Ausschau halten auf Netflix!

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