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Ebbe am Strand von Risco del Paso auf Fuerteventura

Risco del Paso – Paradies für Kitesurfer

Zufallstreffer

Obwohl wir generell sehr gern und viel im Voraus planen, waren unsere Recherchen zum Thema Strand bei unserem Fuerteventura-Trip in den Süden der Insel in etwa so dünn, wie die Gewinnerin von Germany’s next Topmodel nach einer Hungersnot.

Laut Google maps gab es einfach wenig Grund für eine detaillierte Vorbereitung, da eh hinter jeder Ecke ein Traumstrand zu lauern schien. Somit haben wir uns entschlossen, es einfach mal auf uns zukommen zu lassen, zu entdecken, einfach irgendwo abzubiegen und zu schauen was uns erwartet… und es kam… Risco del Paso.

Zwischen Esquinzo und Jardin de Fuerteventura gelegen, lockt uns ein Schild mit der Aufschrift „Risco el Paso“ von der FV-2, um uns auf ungewohnt solide asphaltiertem Wege direkt zu einem kleinen Parkplatz neben einer Surfschule zu leiten. Der letzte Teil der Strecke ist natürlich nicht asphaltiert, wie es sich eben für Fuerte gehört. Wenn es keine Buckelpiste beinhaltet, ist es einfach nicht Fuerteventura.

Tierisches Parken

Zu solch früher Stunde haben sich noch nicht allzu viele Autos auf dem Parkplatz versammelt, was allen Grund zur Vorfreude auf einen ruhigen, entspannten und bestenfalls einsamen Tag am Strand gibt. Wir sollen nicht enttäuscht werden, so viel möchte ich bereits vorwegnehmen.

Rasch durch die Böschung am Parkplatz gewieselt, treffen wir auch schon auf die ersten Strandbewohner. Nicht gerade die schwimmenden Schweine der Bahamas, aber wo sonst gibt es schon wilde Ziegen am Strand? Kaum da, schon wird man genauestens beäugt und angemeckert. Zum Glück sind die Biester nicht auf Krawall aus, sodass wir die Surfschule zur Linken liegen lassen können und die circa 300m zum Wasser durch den festen Sand stapfen.

Die Sandbank

Es herrscht Ebbe und die Brandung trifft für kanarische Verhältnisse lässig auf eine vorgelagerte Sandbank, die auch die eigentliche Besonderheit des Strandabschnitts ausmacht. Mit zunehmender Flut wird diese nämlich gänzlich umspült und bildet auf der gigantischen Sandfläche lagunenartige Pools, die dank ihrer geringen Tiefe mit perfekter Wohlfühltemperatur punkten können. Ideal für Familien mit Kindern oder diejenigen, denen der Atlantik einfach zu kalt ist.

Die Sandbank bei Risco del Paso auf Fuerteventura

Der Zulauf der Lagune

Die Sandbank von Risco del Paso auf Fuerteventura bei Ebbe

Die Lagune bei Ebbe

Der Strand von Risco del Paso, nach dem im Hintergrund thronenden Berg „El Paso“ benannt, dehnt sich weit in Richtung Norden aus und geht praktisch nahtlos in die Playa de Sotavento über, einen noch längeren Küstenabschnitt, der nicht minder spektakulär erscheint.

Nach einem ausgedehnten Strandspaziergang steht uns aber so gar nicht der Sinn. Nachdem wir die letzten Tage Cofete und die Dünen von Corralejo erkundet haben und somit fast durchgehend auf den Beinen waren, ist heute wohlverdiente Entspannung angesagt.

Gigantische Sandfläche bei risco del Paso auf Fuerteventura

Endlose Weiten...

lagune-risco-del-paso-fuerteventura

...bis die Flut kommt.

Zufrieden legen wir uns in den feinkörnigen Sand an der Spitze der Sandbank, um etwas in der Sonne zu brutzeln und den Tag einfach an uns vorüberziehen zu lassen.

 

Die Lagunen

Bereits nach einer halben Stunde werden wir geweckt von Wasser an unseren Füßen. Obwohl wir uns in weiser Voraussicht einen guten Puffer gelassen haben, hat uns das Wasser schon komplett umschlossen, sodass der Weg, über den wir gekommen waren, nun eher als See daherkommt. Tausende kleiner Fische schwimmen hier in Schwärmen umher, die sofort verschwinden, sobald man ihnen zu nahe kommt.

Weiter nördlich gibt es noch Gelegenheiten trockenen Fußes zurück zum Auto zu kommen, doch zu späterer Stunde werden auch diese volllaufen. Du solltest bei deinem Strandaufenthalt also einplanen, dass du, wenn du später zurück willst, all dein Hab und Gut durch brusttiefes Wasser transportieren musst. Nimm daher nicht allzu viel Zeugs mit.

Snacks und Wasser solltest du allerdings schon dabei haben. Strandbars, Restaurants oder Ähnliches suchst du hier glücklicherweise vergeblich. Lediglich die Surfschule verfügt über einige wenige Toiletten und Duschen, die aber sicherlich nicht für jeden zugänglich sein werden.

Lagune bei Risco del Paso auf Fuerteventura

Langsam kommt das Wasser

Die Sandbank bei Risco del Paso bei Flut

Der Zulauf bei Flut

Risco del Paso und Kitesurfing

Für Kitesurfer ist der Strand ein absolutes Paradies, wobei es ganz gleich ist, ob du blutiger Anfänger auf diesem Gebiet bist oder schon Medaillen an der Wand hängen hast. Etwas nördlich von hier wird sogar jährlich ein großer Kite- und Windsurfing Contest ausgetragen, der Surfer aus aller Welt herlockt.

Ohne eigenes Material kannst du dich im ION Club* mit allem Nötigen leihweise eindecken und auch die passenden Kurse dazu buchen. Ein gutes Stückchen höher nördlich der Playa Sotavento, am Matas Bay, hat 2017 sogar Woody Harrelson, im Zuge der Dreharbeiten zum Han Solo Star Wars Spinoff, hier seine Surfkünste unter Beweis gestellt. Kein Wunder, bedenkt man, dass er privat auf Maui lebt und daher sicherlich schon das ein oder andere Mal ein Brett unter den Füßen hatte.

Aber was macht in Risco del Paso Kitesurfing so besonders? Durch das bergige Hinterland wird der Nordost-Passat durch einen Düseneffekt auf Nordwest umgelenkt und kräftig verstärkt, was für ideale Windbedingungen sorgt. Lediglich im Winter flaut der Wind etwas ab, bleibt das restliche Jahr über aber konstant stark. Außerdem gibt es hier keine Felsen, Riffs oder Untiefen, wie es an vielen anderen Stränden der Westküste der Fall ist.

 

Unheimliche Begegnung

Nachdem ich die Lagune nun mehrfach durchkreuzt habe und sämtliche Fische mit Vornamen kenne, lockt mich der Atlantik mit seinem leise rauschenden, türkisen Wasser in tiefere Gefilde.

Die Küste von Risco del Paso hat den großen Vorteil sehr flach abzufallen, was die Möglichkeit bietet, weit ins Meer laufen zu können. Selbst nach circa 80 Metern ist gerade einmal Hüfthöhe erreicht.

Mit mir sind nur zwei Stand-up Padddler im Wasser, die sich krampfhaft auf ihren Brettern zu halten versuchen, was allerdings eher schlecht als recht gelingt. Immer wieder machen sie Bekanntschaft mit dem kühlen Nass. Als einer der beiden es dann doch endlich schafft, sich für längere Zeit auf den Beinen zu halten, während ich im mittlerweile brusttiefen Wasser vor mich hin treibe, fällt der Satz, der mich schlagartig aus meiner Wohlfühlblase reißt… „ACHTUNG! ROCHEN!“

Es hat mich eh schon viel Überwindung gekostet, so tief ins Meer zu stiefeln, nicht wissend was um meine Füße herum geschieht und jetzt DAS. Ein gewaltiger schwarzer Schatten schleicht zwischen den beiden Paddleboards hindurch und steuert direkt auf mich zu. Als er kurz vorher abdreht und wieder im Meer verschwindet, fällt mir ein Stein vom Herzen.

Rochen auf Fuerteventura

Fuerteventura ist bekannt für seine Vielzahl von Rochen, die mitunter sogar eine gewisse Berühmtheit erreichen konnten. Ein besonderes Exemplar hat sich in der Vergangenheit regelmäßig an einer Treppe auf der Insel Lobos eingefunden, um sich streicheln und füttern zu lassen, sehr zur Belustigung der Touristen.

Die meisten Arten sind harmlos und einfach nur neugierig, wenn sie durch die flachen Gewässer in Küstennähe gleiten, doch im Wasser stehend, ohne Möglichkeit schnell an Land zu kommen, ist dies ein Erlebnis, das ich kein zweites Mal brauche.

Immerhin gibt es auf Fuerteventura auch Stechrochen und sogar den Riesenmanta, der mit sechs Metern Größe und einem Gewicht von bis zu zwei Tonnen ein recht imposantes Tierchen darstellt. Ich heiße nicht Steve Irwin und möchte auch ganz gewiss nicht enden wie er.

Während wir am frühen Nachmittag den Rückweg durch nun hüfthohes Wasser antreten, begegnet uns in der Ferne ein zweites, wesentlich kleineres Exemplar, allerdings hinter der Sandbank, in einem der nun gut gefüllten Pools. Angezogen durch die wohligen Temperaturen, hat sich der Gute wohl ein wenig verschwommen.

Immer wieder kommt es in derartigen Gewässern zu Unfällen und Verletzungen, weil unvorsichtige Badegäste auf eines der perfekt getarnten Tiere treten, die sich gern am Grund niederlassen und dort entweder ruhen oder auf Beute lauern. Manche Gattungen können extrem schmerzhafte Wunden verursachen, weshalb es sich lohnt, zu schauen wohin man tritt.

Genug Platz für alle

Am Parkplatz angelangt sind wir überrascht, wie viele Autos sich mittlerweile angesammelt haben, denn am Strand ist, bedingt durch die schiere Größe der Fläche, von den vielen Besuchern nach wie vor nichts zu sehen. Ähnlich wie in Corralejo verteilen sich die Menschen auch hier von ganz allein. Ein Luxus, den der schmale Streifen Sand in Morro Jable ganz sicher nicht mit sich bringt.

Risco del Paso besitzt definitiv einen der schönsten Strände auf ganz Fuerteventura und braucht meiner Meinung nach auch den Vergleich mit anderen europäischen Stränden nicht zu scheuen. Was die Natur hier erschaffen hat, ist schlicht und einfach perfekt.

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