Günstige Reiseziele für den Winter
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13/11/2018
Mietwagen in den USA - Premium SUV in der Wüste Arizonas

Mietwagen in den USA

Tipps und Tricks von A-Z

Mietwagen in den USA

Herzlichen Glückwunsch! Wenn du das hier liest, hast du allen Busreiseunternehmen den Mittelfinger gezeigt und bist du auf dem Wege einen Urlaub in den USA zu erleben, wie er besser und individueller nicht sein kann. Alles richtig gemacht!

Was es mit dem Mietwagen in den USA alles so zu beachten gibt, gebe ich dir hier gern in komprimierter Form mit auf den Weg. Du hast schließlich keine Zeit für so einen Scheiß. Du musst ja noch die Route planen. (Falls Hollywood dein Ziel sein sollte, habe ich dir die Arbeit schon mal abgenommen. Zum eBook mit kompletter Routenplanung geht’s hier.)

Das Wichtigste vorab: Einen Mietwagen in den USA zu buchen, zu fahren und wieder in einem Stück abzugeben ist kein Hexenwerk. Wirklich nicht! Aber fangen wir vorne an.

Die Wahl des richtigen Fahrzeugs

Du hast schon ein bestimmtes Auto ins Auge gefasst und siehst dich damit schon durch die Nationalparks cruisen? Nicht so schnell.

Mietwagenfirmen lassen dich selten ein spezifisches Auto mieten (Bei Sixt zum Beispiel bekommst du tatsächlich das gebuchte Auto), sondern fassen fast immer eine Gruppe von Fahrzeugmodellen zu einer Klasse zusammen, die du dann buchst. Vor Ort kannst du dir von den vorhandenen Vehikeln deiner Wunschklasse eines aussuchen und damit vom Hof brettern. Dazu kommen wir später noch.

Die Wahl dieser Klasse will vorab gut überlegt sein, denn nicht jedes Auto ist gleichermaßen gut geeignet für deine individuelle Reise.

Die erste Frage, die du dir stellen solltest, ist die nach der Anzahl der reisenden Personen und wie oft du mit Sack und Pack die Unterkunft wechselst. Lautet deine Antwort „Wir sind wie die Zigeuner“, bist du mit einem Fullsize SUV in jedem Fall gut bedient. Immerhin brauchst du Platz für einige große Koffer, Rucksäcke und wahrscheinlich auch eine große Kühlbox für die Zeit, die ihr unterwegs verbringt.

Reist du zu zweit, reicht ein Midsize SUV völlig aus, ganz egal wie häufig du die Bleibe wechselst. Der Kofferraum dieser Fahrzeugklasse ist in der Regel so ausgelegt, dass zwei große Koffer spielend darin Platz finden und noch Raum für Einkäufe, etc. lassen.

Der Sonderling - Jucy

Vorab ein kleiner Umweg über das nicht ganz artfremde Thema Reisemobil.

Ein Reisemobil kommt für dich nicht in Frage, sonst würdest du keinen Artikel über Mietwagen lesen. Schon klar. Zu groß, zu klobig, nicht wendig genug... wenn du auch Städte besuchen möchtest, bin ich da ganz bei dir.

Was aber, wenn ich dir eine Möglichkeit zeige, wie du in spärlich besiedelten Gegenden immer deine eigene Unterkunft dabei hast, in Städten aber trotzdem keinen Tobsuchtsanfall bekommen musst, wenn es an die Parkplatzsuche geht?

Hier kommt der Sonderling der Mietwagenanbieter ins Spiel: Jucy!

Jucy bietet kleine, mit etlichen Gimmicks ausgestattete Minivans an, die fast den Komfort amerikanischer Reisemobile bieten, ohne aber deren Ausmaße zu erreichen. So gibt es zum Beispiel einen Tisch, eine große Schlaffläche, eine komplette Küche mit Kühlschrank, Töpfen, Gasbrenner und Spüle, zwei Tanks für Frisch- und Abwasser, sowie auf Wunsch ein extra Penthouse auf dem Dach, falls man zu viert reisen möchte. Solarlampen und eine zweite Batterie, um Smartphone und Co. über Nacht laden zu können, komplettieren das System.

Einzig und allein eine Dusche ist nicht an Bord, kann aber für kleines Geld online in deinen Besitz übergehen. Solardusche* heißt das Zauberwort.

Du siehst, Jucy ist die eierlegende Wollmilchsau der Highways und definitiv eine Überlegung wert, zumal du vielerorts die teuren Unterkünfte einsparen kannst. Hotels am Grand Canyon oder im Monument Valley können schon mal recht unverschämte Preise aufrufen, die dir mit deinem eigenen kleinen Schildkrötenpanzer natürlich nur ein müdes Lächeln abringen können. Für Abenteurer also genau das Richtige! Jucy im Video erklärt findest du hier.

Eine Nummer größer? Escape!

Falls die Jucy Campervans dir doch etwas zu klein sein sollten, füllt Escape die Lücke zwischen Jucy und echtem Reisemobil. Die Preise liegen recht nah beieinander. Wenn du nun glaubst, die Fahrzeuge bei Escape wären etwas unauffälliger als die meist grünen Jucys, muss ich dich leider enttäuschen. Die handbemalten Kisten sind nicht nur größer, sondern sogar noch bunter, wie du hier im Video sehen kannst.

Nix für dich? Dann gehen wir mal die weiteren Optionen durch.

Mietwagen in den USA

© Jucyworld.com

Cabrios und Fullsize SUV haben ihre Tücken

Nun aber zurück zum eigentlichen Thema: Mietwagen in den USA!

Sollte es dein Traum sein, mit einem Challenger oder einem Mustang durch die Lande zu kesseln oder unbedingt mal Cadillac Escalade zu fahren, lass dir ein paar Dinge gesagt sein.

Ein Muscle Car ist ein tolles Auto und gehört zu Amerika, wie sonst nur Donuts und Burger, gar keine Frage. Reichlich Power, brutale Optik und Platz satt für dein Hab und Gut im Kofferraum sind eigentlich unschlagbare Argumente für den Muskelprotz, doch für den Fall, dass du viele Sehenswürdigkeiten anfährst, wie es bei einem Roadtrip der Fall ist, stört auf Dauer die niedrige Sitzposition beim ständigen Ein- und Aussteigen.

Außerdem hast du mitunter Probleme, Dinge im Vorbeifahren genießen zu können. Entweder hast du einen SUV neben dir, der dir die Sicht versperrt, die Leitplanken sind zu hoch oder die Seitenfenster zu schmal... Irgendwas ist immer. Die Aufmerksamkeit auf dich ziehen, falls das der Beweggrund Nr.1 sein sollte, kannst du mit einem Mustang in den Staaten eh vergessen. Dafür gibt es einfach viel zu viele davon.

Ein weiterer Punkt gegen Mustang und Konsorten, in der präferierten Convertible-Variante, ist der Kofferraum. Bist du viel mit Gepäck unterwegs, solltest du dir Gedanken machen, denn das offene Verdeck muss irgendwo hin. Meist ist es ein Teil des Kofferraums, der dabei flöten geht. Sehr unpraktisch!

Ähnlich kritisch sehe ich die riesigen Fullsize oder Premium SUV, wenn es um Städtetrips geht oder du nur zu zweit reist. Die Straßen und Innenstädte sind zwar auf diese mobilen Monster ausgelegt, was allerdings nicht bedeutet, dass du unbedingt eines brauchst. Meine Meinung dazu habe ich ja auch schon in meinem Artikel über die 12 Dinge, die du in Los Angeles wissen solltest, kundgetan.

In der Stadt empfiehlt es sich wendig zu sein und bei der eh schon gruseligen Parkplatzsituation in Los Angeles, San Francisco oder ähnlichen Ballungszentren, kommt ein kleineres Fahrzeug immer besser zu pass als ein SUV.

Ganz abgesehen davon ist es aus Nachhaltigkeits- und Kostengründen auch vollkommen unnütz eine spritgurgelnde V8-Höllenmaschine mit 20 Litern Normverbrauch zu fahren. Immerhin wirst du in der Regel einige tausend Meilen mit dem Trümmer abreißen und das geht ins Geld. Wer's nicht zwingend braucht, sollte es lassen.

Zusammengefasst:

◉ Stadt, maximal drei Personen: Mustang und Co, Midsize SUV

◉ Roadtrip, maximal drei Personen: Midsize SUV

◉ Roadtrip oder Stadt, mehr als drei Personen: Fullsize SUV oder größer

Ach ja… noch was. Die Ausrede, dass du in die Wüste fährst und dort ja besser mit einem Offroad-Fahrzeug unterwegs sein solltest, zieht nicht. Wo du hinkommen sollst und darfst, hat die Straßenbaubehörde auch eine schöne Straße für dich errichtet. Dort, wo du nicht so gern gesehen bist, ist es auch nicht erwünscht, dass du mit deinem 4x4 Monstertruck umherpflügst.

Im Death Valley zum Beispiel gibt es reichlich Reifenspuren von übermäßig gut ausgestatteten Blindstopfen, die meinten sie müssten mal so richtig den Larry markieren. Das braucht keine Sau.

Einzig und allein für die Höhenlagen, in denen gern auch im April noch Schnee liegt, bietet sich ein Allradfahrzeug an. Winterräder, bzw. Allwetterreifen musst du bei manchen Anbietern extra anfragen.

Teile der großen Nationalparks und Wälder sind zu winterlichen Zeiten auch gern mal komplett gesperrt und nur mit Schneeketten zu befahren, die du auf ein Mietfahrzeug allerdings nicht aufziehen darfst. Überprüfen kannst du das vorab auf der Seite des National Park Service. Eine Änderung deiner Route ist dann unumgänglich.

Ausstattungsmerkmale

Generell musst du dir um die Ausstattung bei amerikanischen Mietwagen keine Gedanken machen. USB, getönte Scheiben im Fond (Privacy Glass), Klimaanlage und dergleichen sind einheitlicher Standard in sämtlichen in Frage kommenden Klassen. Auch an einem Automatikwagen wirst du in den USA nicht vorbeikommen. Schaltwagen sind so selten wie Schwarze in der Aryan Brotherhood.

Wundere dich übrigens nicht über fehlende Kofferraumabdeckungen bei jeglicher Form von SUV. Das ist von den Mietwagenfirmen durchaus so gewollt, denn es gibt weniger Glasbruch zu verzeichnen, wenn Diebe durch die getönten Scheiben sehen können, dass keine Wertgegenstände im Auto sind, statt bei jeder Kofferraumabdeckung fette Beute zu wittern. Meist ist das Glas aber so dunkel, dass die gesamte Logik etwas ad absurdum geführt ist.

Buche von zuhause aus

Eine Mietwagenbuchung tätigst du IMMER von Deutschland aus, denn deutsche Anbieter haben gleich mehrere Vorteile. Zum einen ist die Haftpflichtversicherung bedeutend besser und wird auch gern auf deutsche Standards aufgestockt, wenn die Summe der eigentlichen Versicherung nicht ausreichend ist. Gerade in den USA, wo du Konzerne auf Millionen an Schmerzensgeld verklagen kannst, wenn du dir den kleinen Finger am Kaffeebecher verbrühst, möchtest du auf Nummer sicher gehen, was deine Versicherungssumme anbelangt.

Zudem hast du einen deutschen Mietvertrag, dessen Klauseln du allesamt lesen und verstehen kannst. Genug Zeit die Bedingungen und Einschränkungen zu studieren hast du logischerweise auch, wenn du schon lange vor deinem Urlaub buchst. Auch dein Kreditrahmen wird dir eine Buchung vorab danken, denn das Geld ist im Voraus bezahlt und schmälert nicht zusätzlich zur Kaution dein verfügbares Guthaben auf Reisen.

Der wichtigste Punkt ist allerdings, dass du meist billiger wegkommst, wenn du in Deutschland buchst und so keine bösen Überraschungen am Schalter erlebst. Billiger-Mietwagen.de* ist grundsätzlich meine erste Adresse zur preisgünstigen Mietwagenbuchung und bislang konnte kein ADAC oder ähnliche Anbieter die Preise unterbieten. Alternativ kannst du dein Glück natürlich auch im Reisebüro deiner Wahl, direkt beim Verleiher oder einem anderen Vergleichsportal versuchen.

Wichtig zu wissen ist, dass der Wagen tageweise vermietet wird. Holst du das Fahrzeug um 10:00 Uhr vormittags ab, solltest du darauf achten, dass die Abgabe nicht um 11:00 Uhr vormittags stattfindet. So würdest du für die eine Stunde noch einen vollen Tag zusätzlich zahlen. An dem Punkt ist natürlich ein wenig Planungsgeschick gefragt, da die Abholung und Rückgabe auch mit den Flugzeiten zusammenhängt.

Unterschiede der Mietwagenanbieter

Die Finger lassen würde ich von den sehr günstigen Anbietern wie Budget oder Dollar, die meist nicht mit den Premium-Anbietern mithalten können, wenn es um Ausstattung und Alter der Fahrzeuge geht.

Für nur eine Handvoll Dollar pro Woche mehr sitzt es sich in einem Modell neueren Baujahrs doch etwas komfortabler, als auf dem vollgefurzten Vertreter-Velours eines mehrere Jahre alten Notnagels.

Bisher sind wir mit Alamo gut gefahren und würden das auch jedem so empfehlen, allein schon wegen der „Skip the Counter“ Option. Dazu später mehr!

Brauche ich den Mietwagen durchgehend?

Gaaaanz wichtig. Du solltest dringend vorher checken, wo du eigentlich hin möchtest und ob ein Mietwagen vor Ort überhaupt Sinn macht.

Sollte New York oder San Francisco dein Ziel sein, kannst du mit geschickter Hotelwahl einen Mietwagen komplett umgehen. In beiden Städten ist ein Auto eher eine Last als ein Segen. Rechnest du die Gebühren für Taxi-, Uber- oder Lyft-Fahrten gegen die Parkgebühren und sonstigen Kosten eines Mietwagens auf, wird der Mietwagen sang- und klanglos untergehen.

Auch in einer größeren Stadt wie Los Angeles kommt es darauf an, wo du wohnst und was du in den ersten zwei bis drei Tagen nach Ankunft tun möchtest. Wohnst du zum Beispiel in Venice Beach oder Santa Monica, ist eine Fahrt vom Flughafen mit einem sogenannten „Shared Lyft“ günstiger als der eigene Wagen.

Bis du die Gegend erst einmal erkundet hast, vergehen locker zwei Tage, in denen du deine hart verdienten Taler besser in den Speakeasies der Stadt verprassen kannst, statt für einen herumstehenden Leihwagen. Ein weiterer Pluspunkt ist der, dass die Vermietstationen außerhalb des Flughafens meist günstigere Konditionen haben. Mieten kannst du ja trotzdem von daheim. Du sparst dir aber die Flughafengebühr und profitierst von der ungünstigeren Lage der Station.
 
Mietwagen in den USA

Mietwagen in Manhattan? Nein, danke!

 

Nötige Versicherungen

Mittlerweile ist dieses Thema recht einfach abzugrasen, denn wenn du, wie oben vorgeschlagen, bei einem deutschen Vergleichsportal wie Billiger-Mietwagen.de* buchst, kannst du ganz einfach das Maximum rausholen.

Zusammengefasst sind folgende Punkte die wichtigsten:

◉ Vollkasko ohne Selbstbeteiligung

◉ Haftpflicht von mindestens 1 Million (lieber mehr)

◉ Unbegrenzte Kilometer

◉ Diebstahlversicherung für das Auto (damit sind nicht deine Wertgegenstände im Auto gemeint. Die haben da einfach nichts verloren, wenn du nicht daneben sitzt)

◉ Glas-, Reifen- und Unterbodenschutz

◉ Tankregelung voll/voll (Du bekommst eine vollgetankten Wagen und bringst auch einen vollgetankten Wagen zurück. Das ist in jedem Fall genauer und billiger als jede andere Methode.)

◉ Steuern inklusive

◉ Flughafengebühr inklusive wenn du das Auto am Flughafen abholst

Mit diesem Paket bist du optimal gewappnet.

Wann muss ich zahlen?

Die meisten Anbieter buchen den Betrag circa zwei bis vier Wochen vor Reiseantritt ab. Dabei hast du in der Regel trotzdem noch die Möglichkeit bis kurz vor Abholung gratis zu stornieren. Diese Stornofristen variieren etwas und reichen von 48 Stunden bis 24 Stunden vor Abholung. Du siehst, du bist hier recht safe was eventuelle Veränderungen oder bessere Angebote angeht. Stornieren kannst du immer noch.

Es gibt natürlich auch ein paar „schwarze Schafe“, die direkt den vollen Preis bei Buchung sehen wollen und selbst kleinere Umbuchungen nur noch gegen Gebühr vornehmen, von kostenlosen Stornierungen ganz zu schweigen.

Es ist wie überall… wer vergleicht, gewinnt.

Was brauche ich für eine Anmietung unbedingt?

Was du in jedem Falle brauchst, ist eine Kreditkarte, den Abholvoucher, den du vorab zugemailt bekommst, die Führerscheine aller in Frage kommenden Fahrer und die Pässe. Damit bist du perfekt vorbereitet.

Einrechnen solltest du die Kaution, die auf der Kreditkarte geblockt, aber nicht abgebucht wird. Diese ist nicht für Schäden oder dergleichen vorgesehen, sondern für den Fall, dass du den Wagen leer zurückbringst oder du sonst irgendwelchen Mist damit gebaut hast. In der Regel handelt es sich hierbei um einen niedrigen dreistelligen Betrag.

Beim regulären Kreditlimit von 2.000 Euro muss die Kaution dennoch berücksichtigt werden, damit man am Ende nicht mit leeren Händen im Restaurant steht. Vom Tellerwäscher zum Millionär ist zwar ein Weg, aber sicher nicht der beste.

Wo geht's denn hier zur Abholstation?

Die wenigsten Flughäfen Anbieter haben Abholstationen direkt am Terminal, sondern üblicherweise etwas außerhalb. Shuttle-Busse oder ein Airtrain, je nach Flughafen, bringen dich und deine Koffer aber absolut unkompliziert dorthin. Du musst nur auf die Beschriftung der Busse achten und deinen Anbieter finden. Super easy!

Skip the Counter

Du hast über Billiger-Mietwagen.de* bei Alamo gebucht? Perfekt, denn dann habe ich hier noch einen gut gemeinten Rat für dich: Skip the Counter!

Skip the what? THE COUNTER! Du weißt schon… diesen kleinen Schalter am Flughafen, auf den alle mit Sack und Pack losstürmen, um den Check-in für den Mietwagen zu machen.

Man rechne mal aus Spaß die Menge an fahrtauglichen Personen im Flieger, multipliziert mit fünf Minuten Zeit beim Check-in. Da kommt eine Menge Holz zusammen und genau diese Zeit kannst du dir dank vorherigem online Check-in sparen.

Egal, ob du über Billiger-Mietwagen.de* oder direkt bei Alamo gebucht hast (Wichtig ist nur die Komponente Alamo), kannst du auf dieser Seite mit Hilfe deiner Reservierungsnummer, deinem Führerschein und dem Voucher bereits von Deutschland aus einchecken. Auf der Seite kannst du auch vorab einsehen, ob dein Zielflughafen dafür in Frage kommt.

Ich bin mir sicher, dass die anderen Mietwagenanbieter mittlerweile auch ähnliche Angebote im Portfolio haben, aber hier will ich mich einfach mal am Beispiel Alamo austoben.

Nach Eingabe einiger Daten poppt schließlich die „Skip the Counter“ Option auf und du kannst dein persönliches Ticket zum Glück ausdrucken.

Damit bewaffnet stolzierst du am Flughafen grinsend an allen wartenden, schlechtgelaunten Menschen vorbei, schwingst dich in den Shuttle-Bus und lässt dich auf direktem Wege noch vor allen anderen zur Abholstation chauffieren.

Die Abholung und ihre Tücken

An der Station angelangt, wartet endlich der Endgegner auf dich... der rental car agent! Was klingt wie eine Figur aus der Matrix-Reihe, ist in Wirklichkeit ein häufig übermotivierter Jüngling, der auf Gedeih und Verderb versuchen wird, dir teure Upgrades zu verpassen. Versicherungen, bessere Fahrzeugklassen, und, und, und...

Da du aber bereits alles von Deutschland aus in die Wege geleitet hast und schlau genug bist mit den Offline Karten von Google Maps oder "Here" auf dem Smartphone zu navigieren, brauchst du weder eine Zusatzversicherung, noch ein Navi. Nichts, aber auch rein gar nichts, was der Kollege dir da andrehen will, hat einen anderen Nutzen als seine Provision anzukurbeln. "Nein" ist also das Wort der Stunde.

Apropos Navi: Selbst wenn du lieber ein altmodisches Navi in den Händen hältst, ist der Weg zu Walmart billiger als ein Gerät zu mieten. Der Mietpreis übersteigt oft bei weitem die Anschaffung eines eigenen Geräts.

Ganz genau solltest du bei der Option auf einen Zusatzfahrer hinschauen. Bei der Buchung im Netz kannst du diesen meist schon vorher angeben, sodass du vor Ort nicht noch extra dafür latzen musst.

Auch interessant zu wissen ist, dass Eltern, Kinder und Ehepartner automatisch als Zusatzfahrer gelten und mitversichert sind, so lange sie über 25 sind. In Kalifornien sind weitere Fahrer sowieso kostenlos.

Unter 25 ist die Anmietung eines Mietwagens eh eine sehr unschöne und kostspielige Angelegenheit, die oft nur auf telefonische Nachfrage bei den Anbietern zu regeln ist und, je nach Firma, auch mit knackigen Gebühren verbunden ist. Als 20-jähriger bleibt meist nur Bus, Bahn, Uber oder Fahrrad, denn unter 21 Jahren wird es außerhalb von Michigan oder New York sehr schwer einen fahrbaren Untersatz oder Stützräder zu ergattern.

Nachdem du alle Fragen mit "NO" beantwortet hast (Sei stark!), begibst du dich in 99% aller Fälle direkt zur Choice Line.

Was ist denn eine Choice Line?

Wie schon weiter oben erwähnt, suchst du dir in der Regel kein bestimmtes Auto aus, sondern wählst eine Klasse von Fahrzeugen, wie z.B. Midsize SUV, Fullsize SUV oder Convertible.

Bei den meisten Anbietern gibt es daher keinen Schlüssel bei der Abholung, sondern eine sogenannte Choice Line, einen Teil des Parkplatzes, auf dem die zu deiner Klasse passenden Fahrzeuge aufgereiht stehen. Dort kannst du dir dein favorisiertes Auto aussuchen, deinen Koffer ins Heck pfeffern und los geht’s.

Aber nicht so schnell… vorab gibt es noch zwei Möglichkeiten, wie du die Choice Line beeinflussen kannst, natürlich zu deinen Gunsten.

Hier kommt es auf moralische Flexibilität an. Wer Bibelverse zitieren kann und ehrenamtlich einbeinige Küken in den Schlaf streichelt, möge die nächsten beiden Abschnitte großzügig auslassen.

 
Mietwagen in den USA

Leere Choice Line? Zeit für ein Upgrade!

 

Choice Line beeinflussen - Variante 1: Meckern

Solltest du nicht zu den glücklichen 10.000 gehören, die aufgrund mangelnder Verfügbarkeit eines adäquaten fahrbaren Untersatzes ein Upgrade auf die nächstbessere Klasse erhalten, musst du das Haar in der Suppe suchen.

Vielleicht findest du abgefahrene Reifen bei allen Fahrzeugen, die für dich in Frage kommen oder du hast Angst, dass ein schwarzes Auto im Death Valley nicht allzu vorteilhaft für dich wäre. Unter Umständen möchtest du auch einfach keinen Nissan fahren, weil du mit der Marke schlechte Erfahrungen gemacht hast… die Liste der fingierten Beschwerden ist lang.

Wenn du einen ruhigen Moment beim Verleiher findest und dein Anliegen überzeugend vorträgst, stehen die Chancen auf ein Upgrade sehr gut. Die meisten Angestellten der Mietwagenverleiher haben nämlich überhaupt keine Lust lange mit dir zu diskutieren. Sie wollen einen glücklichen Kunden, der möglichst schnell vom Hof fährt. Im Idealfall tust du das dann auch, nur mit einem besseren Wagen.

Choice Line beeinflussen - Variante 2: Ulysses Simpson & Benjamin Franklin

Was hat denn die Choice Line mit ehemaligen Präsidenten zu tun, magst du dich nun fragen. Tja, das ist ganz einfach. Das Lächeln von Ulysses Simpson und Benjamin Franklin ziert die 50 bzw. 100 Dollar-Note und nur wenige Angestellte einer Verleihfirma können ihm widerstehen, wenn es zwischen Führerschein und Voucher auf dem Tresen auftaucht.

Kurz gesagt: Kostet dein Wunschauto einfach exorbitant mehr, als du zu zahlen bereit bist, kannst du einen der beiden Präsidenten (je nach Klasse) so lange auf der Theke liegen lassen, bis der werte Herr sie stillschweigend annimmt und dich mit einem sehr viel teureren Upgrade belohnt, oder aber du nimmst einfach die Fahrzeugklasse, die du auch gebucht hast und das Mäntelchen des Schweigens legt sich über die Transaktion, während du den Schein wieder einsteckst.

Wie auch immer das Endergebnis aussieht, du solltest vorab checken, ob es nicht vielleicht doch der Chef ist, den du da vor dir hast. Faustregel: Je jünger der Angestellte, desto schneller ist der Präsident vom Tisch.

It’s all about the Benjamins. Das hat sogar Puff Daddy schon ganz richtig erkannt.

Check die Karre durch

Ganz gleich, ob du deine Bestandsaufnahme für eine Argumentation in Richtung Upgrade nutzen möchtest oder nicht, du musst unbedingt einen gründlichen Blick auf dein Auto werfen. Folgende Punkte sind unabdingbar:

◉ Reifendruck und Profil aller Reifen (Auch Ersatzrad checken, falls vorhanden)

◉ Beulen, Macken, Kratzer

◉ Licht rundum

◉ Glasschäden (Risse, Steinschläge)

◉ Generelle Sauberkeit des Innenraums

◉ Tankfüllstand (Foto machen mit Kilometerstand im Bild)

Auch wenn dir Kratzer und Macken dank Vollkasko eigentlich egal sein können, ist es einfach nur nervig, bei der Rückgabe mit Diskussionen behelligt zu werden. Findest du eine Beschädigung oder einen Mangel, mit dem du zu leben bereit bist, lass dir auf jeden Fall ein Protokoll von einem Mitarbeiter gegenzeichnen und mache Fotos.

Licht, Reifendruck und Profil solltest du schon im eigenen Interesse überprüfen, denn du möchtest ganz sicher nicht irgendwo im Nichts eine Reifenpanne haben. Das kostet dich wertvolle Zeit und die ist auf Reisen in den USA Gold wert.

Internationaler Führerschein ja oder nein?

Hm, das ist so eine Sache. In Georgia, Kentucky und Florida bist du mit einem internationalen Führerschein sehr gut beraten, denn die Toleranz der hiesigen Ordnungshüter geht gegen Null bei ausländischen Papieren.

Im Rest der USA kannst du deinen normalen Führerschein nutzen und musst nicht zwingend den internationalen beantragen, auch wenn nicht jeder Cop das weiß, wie diese Video eindrücklich zeigt.

Sollte es aber wider Erwarten doch mal knallen unterwegs, kann der internationale Lappen bürokratische Stolpersteine mit Polizei und Behörden aus dem Weg räumen, denn der Umgang mit deutschen Papieren ist für US-Cops natürlich nicht so einfach, wie mit einem genormten Dokument für eben diesen Zweck.

Übrigens, mit kyrillischen oder chinesischen Schriftzeichen bist du auf die internationale Fleppe angewiesen. Daran führt kein Weg vorbei.

Du siehst selbst, nötig ist der zusätzliche Führerschein nicht, aber da er nicht wirklich teuer ist und bei jedem Bürgerbüro/Straßenverkehrsamt zu bekommen ist, spricht eigentlich nichts dagegen ihn mitzuführen.

Zudem gilt der Lappen nur, wenn du deinen tatsächlichen Führerschein auch dabei hast. Ohne den geht gar nichts. Und für alle Oldtimer unter meinen Lesern… die grauen und rosafarbenen Papierdokumente müssen vorher zwingend zu einer moderneren Version umgewandelt werden, was mit zusätzlichen Kosten verbunden ist. Ohne Plastikkarte kein internationaler Führerschein.

Was tun bei einem Unfall?

In deinem Handschuhfach oder deinen Unterlagen vom Vermieter wirst du eine Notfallnummer finden, die du in jedem Fall anrufen solltest, ganz egal, ob es sich um einen Platten, einen technischen Defekt am Auto oder einen Unfall handelt. Dein Gegenüber am anderen Ende der Leitung wird dir ganz sicher weiterhelfen und dir die nun folgenden Schritte ganz sachlich erklären.

Hast du jemanden an- um- oder totgefahren oder auch nur fremdes Eigentum beschädigt, ist ein Anruf bei der Polizei unter 911 natürlich Pflicht.

Noch ein paar Tipps zum Schluss

Für den Fall, dass der Pacific Coast Highway in Kalifornien auf dem Programm steht, gebe ich dir noch einen absoluten Geheimtipp mit auf den Weg.

Monterey Touring Vehicles

In Monterey gibt es einen Autoverleiher, der sich auf Classic Cars spezialisiert hat. Bei Monterey Touring Vehicles bekommst du wirklich alles was das Oldtimer-Herz begehrt. Vom 1970er Pontiac Firebird, über den VW T1, einer echten Shelby Cobra von 1965, dem DeLorean DMC-12, den du aus Zurück in die Zukunft kennst, bis zur 1937er Mercedes Landaulet Limousine kannst du frei wählen, passendes Kleingeld vorausgesetzt.

Besser kannst du den PCH nicht befahren.

Spezielle Autos bei Turo

Turo ist ein Anbieter, der weltweit Privatanbietern die Möglichkeit gibt, Reisenden ihre Autos zur Verfügung zu stellen. Wenn es also mal der pinkfarbene Jeep oder doch lieber der blaue Camaro sein soll, kann Turo dir die Möglichkeit bieten. Billiger als bei der breit aufgestellten Konkurrenz kommt man eher selten weg, dafür aber wesentlich individueller. Maserati, Porsche und AMG Mercedes haben halt die wenigsten kommerziellen Anbieter im Programm.

Mit etwas Glück kannst du für deine Reisezeit aber auch einen Hyundai Elantra oder Mazda 3 für unter 8$ am Tag ergattern.

Die Versicherung ähnelt der der Mietwagenunternehmen und du kannst dir die Fahrzeuge gegen Aufpreis auch an den Flughafen oder deine Unterkunft liefern lassen. Turo ist auf jeden Fall einen Blick wert für extreme Sparfüchse oder detailverliebte Individualisten.

Unter Umständen kommt ja vielleicht sogar eine Vermietung deines eigenen Autos in Deutschland in Frage, während du unterwegs bist. Leicht verdientes Geld und eine etwas entspanntere Reisekasse haben noch keinem geschadet.

Mietwagen in den USA

Monterey Touring Vehicles - Pontiac Firebird

Hattest du schon böse Begegnungen bei der Anmietung eines Leihwagens oder hast du noch weitere Tipps? Falls ja, hau in die Tasten und lass es mich in den Kommentaren wissen! Ich bin gespannt.

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