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Cofete – Fuerteventuras letztes Mysterium

Die Playa de Cofete auf Fuerteventura

In wenigen Worten

Der Strand von Cofete ist das Prunkstück Fuerteventuras und kein - wirklich KEIN - Urlaub auf Fuerte wäre komplett, ohne auch nur einen Fuß auf diesen Küstenstreifen gesetzt zu haben.

Warst du nicht dort, hast du leider den Zonk gewählt und Fuerte verpasst, denn die spektakulären Aussichten, die dieses Stück Westküste bietet, wirst du nirgendwo sonst auf der Insel finden.

Ein steiniger Weg

Startpunkt für deine circa 20km weite Fahrt zum Strand von Cofete bildet die Ctra. Punta de Jandia. Die größtenteils unbefestigte Schotterpiste, die in Morro Jable beginnt, führt dich auf halber Strecke zu einer mäßig gut beschilderten Kreuzung, an der du rechts abbiegen musst, um auf eine noch schlechtere Straße abzubiegen, die sich Spitzkehre für Spitzkehre den Berg hinaufwindet.

Und diese Strecke hat es in sich. Zwar nutzen jeden Tag viele Touristen die Route, doch das bedeutet noch lange nicht, dass sie ungefährlich ist. Absolut machbar zwar, auch mit Kleinstwagen, aber anspruchsvoll.

Zudem solltest du wissen, dass dein Mietwagen auf dieser Strecke nicht versichert ist. Mehr darüber erfährst du in meinem Artikel über Mietwagen auf Fuerteventura.

Sei dir sicher, dass der Weg holprig wird und du einige Gelegenheiten finden wirst, bei denen du dein Auto ungewollt rundum etwas kompakter gestalten kannst. Die Abhänge verzeihen wenig bis gar nichts.

Der Aussichtspunkt

Auf dem Bergkamm angekommen befindet sich zu deiner Linken die erste Gelegenheit kurz durchzuatmen, der Aussichtspunkt “Punto de vista sobre Puerto de montaña”, zu Deutsch: “Blick auf Bergpass”. Welch lautmalerische Sprache wir doch haben.

Der heftigste Teil der Strecke liegt nun hinter dir, sodass du die unvergleichbare Aussicht über die Küste genießen kannst. Bei gutem Wetter kannst du sogar bis zu der Landenge schauen, die Jandia vom Rest der Insel trennt.

Der Roque del Moro

Eine weitere Sehenswürdigkeit vor Ort ist der sogenannte Roque del Moro, der leider vom Aussichtspunkt aus nicht zu sehen ist. Ein wahrhafter Fels in der Brandung, der sich am südwestlichen Ende des Strandes befindet und ohne Allrad nur zu Fuß über den Strand zu erreichen ist.

Nur wenige hundert Meter nachdem du die Aussichtsplattform verlässt, tut sich zu deiner Linken zwar die verlockende Gelegenheit auf, den Fels per Auto zu erreichen, doch sei gewarnt!

Man neigt etwas zur Selbstüberschätzung, wenn man es bis hierher geschafft hat, sodass man glaubt, man könne seinen Miet-Corsa auch diesen Abhang ungestraft hinunterprügeln.

 

Anfangs mag das auch noch funktionieren, doch wird die Piste zunehmend steiler und, was noch viel ätzender ist, sandiger. Wir konnten uns nur mit einem sehr kupplungsfeindlichen Rückwärtsmanöver wieder aus der Sandgrube befreien.

Mit einem Allradfahrzeug ist der Pfad aber durchaus zu schaffen. Ganz unten erwartet dich ein Parkplatz, der dir den circa 5km langen Weg durch den Sand erspart.

Cofete, Villa Winter und der Friedhof

Wenn es einen Ort gibt, an dem man sicherlich kein Dorf erwartet, dann ist es wohl genau hier, hinter dem 800 Meter hohen Gebirgszug. Doch siehe da, es leben tatsächlich noch Menschen hier. 15 waren es zuletzt, obwohl der Ort bereits mangels Einwohnern aus dem offiziellen Register der Insel entfernt wurde.

Es gibt nichts zu tun, keine Geschäfte oder gar Straßen. Lediglich ein Restaurant bietet den durchreisenden Touristen Fisch und Ziegenfleisch an. Das simple, aber solide kanarische Essen gibt einem die nötige Power, um den Tag am Strand zu überstehen.

Über dem Dorf thront die alte Villa Winter, erbaut von Gustav Winter, um die sich alle möglichen Mythen ranken. Von Geschichten über Nazis, die diese entlegene Station für ihre Flucht nach Südamerika nutzen wollten, über Außerirdische und Geister sind alle erdenklichen Märchen und Halbwahrheiten in Umlauf. Bestätigt ist davon jedoch gar nichts.

Heute ist die Villa verlassen und ein beliebtes Touristenziel.

Der Weg hinauf zum zweistöckigen Gebäude ist noch bescheidener, als die bisherige Anfahrt und es empfiehlt sich, den Weg zu Fuß anzutreten.

Auch der alte Friedhof, der nach und nach vom Sand begraben wird, ist eine eher morbide Sehenswürdigkeit, die die mythische Atmosphäre von Cofete aber erst so richtig stimmig erscheinen lässt.

Der Strand von Cofete – Touristenstrand? Nix da!

Aller Touris zum Trotz ist Cofete nichts für Cornettolutscher und Heimscheißer. Anders als in den Dünen von Corralejo, gibt es hier keine Verkaufsstände, Toiletten oder sonstige Annehmlichkeiten. Nur dich, eine Felswand und den Atlantik. Deal with it!

Kaum bewegst du dich etwas vom Parkplatz weg, bist du plötzlich allein und alles was du hörst sind Ziegen, die Brandung und der Wind. Fuerteventura zeigt sich hier wirklich von seiner rohen, unverfälschten Seite, weshalb du auch nur gut vorbereitet herkommen solltest.

Zur Ausstattung gehört definitiv viel Wasser, etwas zu essen und vor allem eine Kopfbedeckung. Der grelle Stern knallt hier vom Himmel, dass es eine wahre Wonne ist. Durch den Wind und die Gischt spürt man die Hitze nicht, doch du wirst dir sicherlich dein Mützchen verbrennen, wenn du „oben ohne“ unterwegs bist, denn den einzigen Schatten hier spendest DU.

Eigentlich fällt folgender Tipp in die Kategorie „Gesunder Menschenverstand“, doch erwähnen möchte ich es trotzdem. Schwimmen ist hier eine dumme, ja sogar saudumme Idee.

Auch wenn du ein paar einheimische Surfer auf dem Meer sehen wirst, kannst du dir sicher sein, dass du nicht gegen die fiesen Strömungen unter Wasser ankommen wirst.

Sollte dein Ziel also nicht die Ostküste der USA sein, lass es einfach.

Die Halbinsel El Islote

Der große Fels, den du vom Parkplatz aus in nördlicher Richtung im Meer sitzen siehst, ist die Halbinsel El Islote und ein Fußmarsch dorthin ist eigentlich Pflicht, wenn du schon dort bist.

Die 5km legst du am besten zurück, wenn Ebbe herrscht, da der Sand sonst sehr weich ist und jeder Schritt zum Kraftakt wird. Eine Alternative ist, den Weg etwas näher am felsigen Untergrund zu wählen, was allerdings das Strandfeeling deutlich schmälert.

Ein bis zwei Stunden solltest du für eine Strecke schon einplanen. Der Weg zieht sich, wird aber mit einzigartigen Ausblicken und absoluter Einsamkeit belohnt.

Von El Islote aus kannst du den Blick auf gleich zwei Strände genießen. Südlich liegt die Playa de Cofete, über die du die letzten Stunden gekraxelt bist, während du nördlich der Halbinsel auf die Playa de Barlovento schaust, die du eigentlich nur als Wanderer zu Gesicht bekommen kannst. Außer über die Berge führt sonst kein anderer Weg hierher.

Entsprechend einsam geht es von hieraus weiter, falls die Zeit dazu noch reicht, schließlich musst du ja auch noch zurück.

Tipps

◉ Nimm den Bus nach Cofete!

Wenn du keinen Mietwagen dein Eigen nennst, oder dir den Trip vielleicht nicht zutraust, gibt es eine recht coole Alternative den Strand trotzdem zu erreichen.

Cofete diente im Jahr 2014 als Kulisse für Ridley Scotts Film „Exodus – Götter und Könige“ mit Stars wie Christian Bale, Aaron Paul, Joel Edgerton, Sigourney Weaver und Ben Kingsley.

Hier geht's zum Trailer.

Eigens um die Crew von Morro Jable unbeschadet über den Berg zu transportieren, wurden geländetaugliche Busse gebaut, die anschließend vor Ort quasi als Dankeschön zurückgelassen wurden und heute Touristen nach Cofete bringen.

Wenn dich die zeitliche Einschränkung eines Bus-Shuttles nicht stört, kannst du hier den Busfahrplan einsehen.

Mehr zum Film „Exodus“ findest du auf Filmtourismus.de.

In diesem Video gibt es außerdem noch einen Mitschnitt der Busfahrt zu sehen.

◉ Der Aussichtspunkt „Mirador de los Canarios“

Eine weitere Möglichkeit einen atemberaubenden Blick über die Playa de Barlovento, El Islote und Cofete zu bekommen, ist der Aussichtspunkt „Mirador de los Canarios“, etwas weiter nördlich in den Bergen.

Auch La Pared im Norden ist von dort aus zu sehen.

Im Forum Fuerteventura-live.de findest du auf mehreren Seiten viele Bilder und Wegbeschreibungen zum Mirador.

◉ Die Schildkröten von Cofete

Ursprünglich gab es am Strand von Cofete eine solide Schildkrötenpopulation, die jedoch durch den zunehmenden Tourismus keine ruhigen Brutplätze mehr finden konnten.

Mittlerweile werden Schildkröteneier von den kapverdischen Inseln eingeflogen, unter sicheren Bedingungen am Strand zum Schlüpfen gebracht, eingesammelt und in der Aufzuchtstation von Morro Jable großgezogen.

Wenn sie ein gewisses Alter erreicht haben, werden die kleinen Panzertierchen dann in Cofete wieder ausgesetzt, in der Hoffnung, dass sie zur Brutzeit den Weg dorthin zurück finden und zukünftig wieder vermehrt dort brüten.

Um mehr über diese absolut unterstützenswerte Arbeit zu erfahren, besuche entweder die Seite Fuerteinfo.net oder die Aufzuchtstation selbst und lass ein paar deiner eigenen Kröten da (knisternde… nicht klimpernde). Es ist für einen guten Zweck.

Die Adresse lautet: Puerto del Morro Jable, 35625 Morro Jable, Las Palmas

◉ Sonnenuntergang

Es gibt auf der ganzen Insel wohl keinen besseren Ort für einen Sonnenuntergang als Cofete.

In Kombination mit der recht mystischen Atmosphäre und dem Luxus der kompletten Einsamkeit zu Abendzeiten, brennt sich das Bild unwiderruflich für alle Zeiten auf die Hirnrinde.

Einziges Manko ist der Rückweg, den du natürlich nun im Dunkeln antreten darfst. Hier kommt es etwas auf dein Fahrzeug und dein Skillset an. Generell ist die Fahrt aber auch ohne Tageslicht zu schaffen.

◉ Besorge dir Wasserschuhe

Dass ich Fan von den Gummihufen bin, ist kein Geheimnis. Doch gerade hier, wo du im Minutentakt zwischen Wasser und Felsen switchen musst, um gut vorwärts zu kommen, bieten sich Schuhe an, die sowohl eine feste Sohle haben, als auch nass werden können.

In meinem Artikel zum Thema Wasserschuh kannst du dich mit neuem Schuhwerk eindecken und tust deinen Pillefüßen einen gewaltigen Gefallen.

Nichts ist nerviger, als alle paar Minuten die nassen, sandigen Füße wieder in die Schuhe quetschen zu müssen.

Egal, ob du den Roque del Moro oder El Islote als Ziel auserkoren hast... dein Laufweg beträgt insgesamt mindestens 10km. Warum soll man sich das Leben schwerer machen als nötig?

Wie ist deine Erfahrung mit Cofete? Egal ob du schon dort warst und deine Story teilen möchtest, oder ob du noch Fragen hast, die Kommentarfunktion ist dein Freund. Hau in die Tasten!

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