Californication Drehorte - Hanks Loft in Venice Beach
Californication Drehorte – Hank Moody vs. Jim Morrison
23/08/2018
Das erste Mal Los Angeles - Homeless Werbetafel am Hollywood Boulevard

Das erste Mal Los Angeles

Was du wissen musst

Das erste Mal Los Angeles - Was du wissen musst

LA ist nicht in zwei Tagen zu schaffen

Das erste Mal Los Angeles - Was du wissen musst

Allein Downtown umfasst 12km²

Venice, Hollywood Boulevard und wieder ab ins Auto. LA abgehakt und weiter geht‘s! Kann es das sein? Kann und sollte man so eine der größten Städte der USA besuchen? Ich denke nicht.

Du würdest ja auch nicht auf den Trichter kommen, dir Berlin an nur einem Tag anzuschauen. Und Los Angeles ist dazu noch größer als Berlin und Köln zusammen, die Vororte nicht mitgerechnet.

Ohne die Scheuklappen abzunehmen und „open minded“ an die Sache heranzugehen, ist die Gefahr groß, auch einer von denen zu werden, die im Netz den Allwissenden mimen und jungfräuliche Gehirne vor dem ganzen Dreck und den Obdachlosen warnen.

*Mimimi-Stimme an

„Fahrt bloß nicht nach LA! Das lohnt sich nicht. Bleibt lieber noch drei Tage länger in San Francisco und fahrt mit der verkackten Bimmelbahn!“

*Mimimi-Stimme aus

Du siehst, ich kann es nicht mehr hören. Lass mich dich vor dem gleichen Fehler bewahren, den so viele Facebook- und Pinterest-Nutzer Tag für Tag machen, indem sie die Warnungen der verblendeten Roadtrip-Junkies für bare Münze nehmen und in ihr Verderben laufen!

Wenn du auch gern für 5000km in ein Auto gepfercht für zwei Wochen durch die Lande ballern möchtest, nur zu. Eine Gegend wirklich kennenlernen wirst du so sicherlich nicht.

Aber hey, ich schweife ab. Fakt ist: Los Angeles ist riesig und es gibt an jeder Ecke etwas zu sehen. Du brauchst mehr als zwei Tage, mehr als zehn Tage und vermutlich auch mehr als einen Monat, um alles zu sehen. Für einen groben Start sind zehn Tage aber ein guter Richtwert.

Buchtipps*

Wenn schon Hotel, dann smart!

 
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"Gehobene" Preisklasse

 

Ein Hotel muss mir schon ein unglaubliches Schmankerl bieten, damit ich nochmal schwach werde. Die ekelhafte Geschichte des Cecil Hotel zum Beispiel oder Jim Morrisons Zimmer im Alta Cienega Motel, so dreckig und wiederlich es auch sein mag. Das sind noch solide Gründe ein Hotel zu buchen.

Auch im Millennium Biltmore* würde ich glatt noch absteigen, um auf Geisterjagd zu gehen oder den nichtsahnenden Gästen in feinster Tyler Durden Manier in die Suppe zu pinkeln. Das ist man dort ja seit den Dreharbeiten zu Ghostbusters und Fight Club schon gewohnt.

Hat eine Bettenburg aber keinen Reiz außer Lage, Lage, Lage, sind die hohen Preise meist auch nicht gerechtfertigt. Und die sind hier in Los Angeles wirklich nicht zu verachten.

Besonders dort, wo Enne Pumpenschwengel und Jupp Jacke ihren Urlaub besonders gern verbringen, sprich Santa Monica, Venice oder Hollywood, wird gern so hart an der Preisschraube gedreht, dass du die Kreditkarte auswringen musst, um noch die letzten Cents klimpern hören zu können.

Idealer Ausweg aus der Misere: Airbnb!

Jetzt höre ich schon die Rufe nach Privatsphäre und „Was ist, wenn mein Gastgeber ein Massenmörder ist?“. Ja und was ist wenn er eine Sie und obendrein noch Topmodel ist (So geschehen bei uns in Santa Barbara)? Nicht immer so schwarzsehen. Jetzt hab ich glatt die Mimimi-Stimme vergessen. Ach, egal...

Airbnb hat bei vielen Gelegenheitsreisenden immer noch den Ruf des Couchsurfings, bei dem man neben dem dicken Mann in der Besucherritze pennen muss. Beim Besuch des Porzellan-Throns muss man dann die Luft anhalten, damit man nicht, dank der Darmwinde des Gastgebers, ohnmächtig aus den Schuhen gehoben wird. Am nächsten Morgen sind selbstredend all deine Sachen gestohlen.

Totaler Quatsch. Airbnb ist hervorragend geeignet für einen Trip nach Los Angeles. Die Auswahl ist groß und reicht vom einsamen Streamliner in den Bergen Malibus, über Wohnungen in Beverly Hills, bis hin zum komplett eigenen Loft in Downtown LA. Alles bestens organisiert, mit haufenweise Reviews abgesichert und im direkten Vergleich zu Hotels brutalst günstig.

Wenn es dein Erstkontakt mit dem Medium Airbnb sein sollte, schenke ich dir auch noch 25€ Rabatt für deine erste Bleibe, wenn du dich unter diesem Link neu anmeldest*. No strings attached!

Hotel mit Frühstück?

Ich höre schon wieder diese Mimimi-Stimme… „Aber da ist ja keine Verpflegung drin!“

Nee, ist sie auch nicht. Jedenfalls nicht immer. All inclusive ist in Los Angeles aber auch so praktisch wie ein Arschloch am Ellenbogen. Überall gibt es Diner, Cafés, Restaurants, Pop-up Kitchens, Street Food… und was weiß ich nicht noch alles. Die Wahrscheinlichkeit zu platzen ist hundertmal größer als zu verhungern.

Darüber hinaus kann ein Frühstücksbuffet in einem amerikanischen Hotel alles bedeuten. Pappige Fruit Loops mit laschem Kaffee werden gern mal mit „Reichhaltiges Frühstücksbuffet“ übersetzt. Da müssen wir bei der Fülle an externen Möglichkeiten wirklich nicht drüber diskutieren.

Sollte es aber, aus welchen Gründen auch immer, doch ein Hotel sein MÜSSEN, sei schlau und checke folgende Seiten, die dich am Ende finanziell nicht ganz so im Regen stehen lassen. Sie zeichnen sich dadurch aus, dass sie gute Restposten zu Spottpreisen an den Mann oder die Frau bringen. Alternativ dazu bietet es sich immer an, die Angebote von TripAdvisor* und Booking.com* direkt mit denen der Hotels selbst zu vergleichen. Manchmal verstecken sich da wahre Schnapper.

Wähle deinen Mietwagen weise

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Ford steigt jetzt auch in die Kompaktklasse ein

Zwölf Meter lang, Zwillingsreifen vorne und hinten, zwei Ladeflächen, Flak-Geschütz auf dem Dach und mindestens 700PS. Das muss ein Mietwagen in den USA schon haben. So klingt es jedenfalls, wenn begeisterte Amerika-Urlauber sich in einschlägigen Foren austauschen. Immerhin fährt drüben ja jeder so ein Schiff.

Na und? Das ist doch kein Grund genauso bescheuert zu sein.

Was auf Roadtrips (da ist es wieder, mein Lieblingsthema) mit der ganzen buckligen Verwandtschaft aus Platzgründen vielleicht noch zu rechtfertigen ist, bringt dir in Los Angeles wenig Freude. Zwar sind die Straßen und Parkplätze breit genug für Experimente mit Full Size SUV, aber es gibt genug Gründe gegen die Anmietung der verdammten SS Enterprise.

Gründe gegen ein Full Size SUV

◉ Grund 1: Sprit ist zwar günstig, aber noch lange nicht umsonst. Kalifornien ist im Vergleich zu anderen Staaten die Benzinapotheke Amerikas. Warum also tiefer in die Tasche greifen als nötig? Die Kohle lässt sich anderswo besser verjuxen.

◉ Grund 2: Deine Geschlechtsteile haben Normalgröße. Auch wenn es gar nicht falsch klingt, einen 6,3l Einspritzpenis mit Ladeluftkühler und 900Nm Drehmoment zu haben, ist Kompensation im Urlaub nicht notwendig.

◉ Grund 3: Welches Auto würdest du aufbrechen? Einen Prius oder einen Cadillac Escalade? Es wird Tage geben, an denen du dein Auto an Orten abstellen wirst, an denen du im Normalfall nicht einmal Sperrmüll abladen würdest. Warum solltest du dort freiwillig den Anschein erwecken wollen, dass sich hinter dem teuren Privacy Glass deiner Luxusschleuder erstrebenswerte Reichtümer befinden? Siehste? Macht keinen Sinn.

◉ Grund 4: Nicht jede Route ist zu 100% vorhersehbar. Einmal mussten wir, dank eines Unfalls auf der eigentlichen Strecke, einen unbequemen Umweg nehmen. Dieser führte uns durch einen Teil von Inglewood, in dem ich nicht tot überm Zaun hätte hängen wollen. Die Wahrscheinlichkeit genau da zu enden ist jedoch recht hoch mit einem teuren Auto. Je weniger Aufmerksamkeit dein fahrbarer Untersatz erregt, desto besser. Niemand möchte mit einem Luxus SUV nachts in Compton stranden.

Du darfst mich jetzt auch nicht falsch verstehen. Niemand sagt, dass du einen auf Alan Harper machen und mit einem Prius durch LA pimmeln sollst. Auf gar keinen Fall. Ein bisschen Genuss sollte schon dabei sein. Schnapp dir einfach einen Mustang oder ein Midsize SUV und die Welt gehört dir.

Oh… schon wieder ein Mimimi… „Und ein Mustang fällt ja gar nicht auf, hm?“

Richtig. Tut er nicht. Ein Mustang in Los Angeles ist ungefähr so auffällig wie ein Golf in Castrop Rauxel. Fakt!

Alternativen zum Auto

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Reines Vernunftsauto - Unser Mietwagen für Kalifornien

Ach, das ist leicht, sollte man meinen. In Deutschland schnappt man sich das Fahrrad, den Bus, die Bahn, ein Taxi, die Tram… die Möglichkeiten sind unbegrenzt.

Wenn du glaubst in Los Angeles auf Weltbürger machen zu können, breitbeinig am Straßenrand stehend, den Finger in die Höhe gestreckt, in der Erwartungshaltung drei Taxifahrer prügeln sich um dich, bringe ich deine kleine Blase mal kurz zum Platzen. Ain’t gonna happen! Du bist nicht in New York. Taxis kannst du hier an einer Hand abzählen.

Auch Bus und Bahn bringen dich nur sehr eingeschränkt von A nach B, sodass du viel Sehenswertes verpassen wirst, wenn du dich auf die Öffentlichen beschränkst. Zudem haben Bus und Bahn ihren Ruf als Pennertaxi noch nicht ganz verloren. Besserung ist erkennbar, aber allein das sehr spartanisch ausgebaute Schienennetz lässt die Bahn nur als Alternative zu, wenn du die Stadt größtenteils zu Fuß abgrasen willst.

Was genau du mit dem Los Angeles Public Transit erreichen kannst, drösele ich dir in einem anderen Artikel gern mal genauer auf.

Bis dahin...

 

Lyft und Uber

Gott sei’s gedankt gibt es in LA aber so viele schwarze Limousinen, dass ein schneller Klick auf dein Smartphone sofort einen Uber- oder Lyft-Fahrer aus seiner Höhle lockt. Selbst in abgelegenen Gegenden dauert es selten länger als du brauchst um „Blaubeerkuchen“ zu sagen, bis dein Chauffeur dich erwartet.

Gehen wir das mal kurz logisch durch. Du kommst am Flughafen LAX an, bist total durch den Wind vom langen Flug. Beim Gedanken daran zum ersten Mal ein fremdes Auto durch den nächtlichen Verkehr der Großstadt zu lenken, zeichnet sich bereits der Kackstift durch deine Hose ab.

Du greifst in die Tasche und errechnest dir auf der Seite von Lyft die Route vom Flughafen nach Santa Monica, denn dort erwartet dich dein Airbnb Gastgeber schon sehnsüchtig. Du planst, die ersten beiden Tage komplett dort zu verbringen und brauchst daher noch kein Auto.

Die Fahrt vom Flughafen kostet dich mit Lyft circa 40 – 45$ in einem normalen Wagen. Nach oben ist natürlich noch reichlich Luft, aber wer braucht das schon?

Wenn Fortuna dir hold ist, kannst du dir die Fahrt sogar mit einem sogenannten Shared Lyft teilen. Gerade am Flughafen stehen die Chancen gut. So kommst du mit 25 – 30$ vom Hof.

Du kommst entspannt an, musst dich nicht um einen Parkplatz prügeln und sparst dir die Mietwagenkosten für zwei volle Tage. Treffer, versenkt!

 

Für deine Reise*

Vorbereitung ist alles

„Ich plane nicht. Ich lasse mich einfach treiben.“

Hahahahaha… na dann viel Spaß in LA. Ich erzähle dir dann hinterher woran du tagträumend vorbeigestiefelt bist.

Spaß beiseite. Nach Los Angeles zu kommen, ohne vorher geplant zu haben wo du hin willst und was du unbedingt sehen möchtest, ist irgendwo zwischen dumm und saudumm anzusiedeln. Du wirst planlos unzählige Highlights verpassen.

Dabei kann Reiseplanung so einfach sein. Onkel Google gibt dir alles mit auf den Weg, was du benötigst.

Der Masterplan mit Hilfe von Google

Zunächst einmal durchforstest du die Artikel auf Tripweazel.de nach Sehenswürdigkeiten, die deinen Trip zu einem Highlight werden lassen. Dann suchst du dir Film Locations deiner Lieblingsstreifen, Restaurants, Unterkünfte und Sehenswürdigkeiten in Foren und auf Google zusammen und verewigst sie in einer Google Mymaps Karte.

Schnell zeichnen sich so die Orte ab, die sich ideal zu einzelnen Routen zusammenfügen lassen. In Routenform kannst du dann alle Locations nacheinander mit der Navigation von Google Maps abgrasen.

Hilfreich ist es, vorab mit Google Maps die Distanzen und Fahrtzeiten zu checken. Wenn du dir dann noch einen Puffer für Verkehrsbehinderungen und Essen einräumst, kommst du mit deiner Planung bestens hin. Mit einer Excel-Tabelle im Anschlag, auf der du Adressen und geplante Ankunftszeiten vermerkt hast, überrascht dich so gar nichts mehr.

Wir haben bei unseren Aufenthalten fast immer minutengenaue Punktlandungen hingelegt, obwohl wir es gar nicht darauf haben ankommen lassen. Mit ein bisschen Geschick ist das alles halb so wild.

Ich für meinen Teil nehme mir vor so einer Reise lieber ausreichend Zeit – und es war eine Menge Zeit – bevor ich nachher im Urlaub die Abende mit dem Smartphone verbringe, um völlig erschlagen nach Adressen für den nächsten Tag zu suchen. Nee, nee… nicht mit Commander!

Hier hast du eine kleine Auswahl der praktischsten Helferlein.

Wohne in der Nähe deiner Sehenswürdigkeiten

Es klingt wie ein No-Brainer, aber die nächste Reise wäre schon finanziert, wenn ich jedes Mal einen Fünfer bekommen hätte für Sätze wie „Wir wohnen in Redondo. Da ist der Strand so schön. Von da aus erkunden wir dann die Stadt.“.

LA ist nicht Wanne Eickel, wo du mal eben binnen 20 Minuten mit der Schubkarre die Stadtgrenze neu vermessen kannst. Vom San Fernando Valley bis runter nach Orange County ist je nach Strecke mal ganz vorsichtig ein bis zwei Stunden Fahrtzeit einzuplanen.

Daher solltest du deine Unterkünfte auch an deinen Plan anpassen. Nichts ist nerviger, als den ganzen Tag umsonst im Auto zu verbringen, nur um mal wieder von Downtown zum Strand zu fahren. Verlorene Zeit und vollkommen unnütz, selbst wenn es ein Mustang ist, der dich von A nach B bringt.

Es ist allerdings nicht zwingend notwendig in Downtown zu wohnen, wenn der Stadtkern für zwei Tage auf der Agenda steht. Das ist sicher nicht jedermanns Sache. Los Feliz oder die Gegend rund um Echo Park tut es für diesen Zweck auch.

Check einfach etwas die Umgebung ab und bleibe in der Nähe deiner Sehenswürdigkeiten.

Los Angeles ist nicht der Hollywood Boulevard

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Touristenfalle Hollywood Boulevard

Oh man… wo fange ich an, um nicht irgendwem auf den Schlips zu treten?

Als Touristenmagnet Nummer eins sieht der Hollywood Boulevard jeden Tag mehr Grenzdebile als der Westflügel der geschlossenen Abteilung, denn der Aberglaube dort Stars entdecken zu können, ist einfach nicht totzukriegen. Das sorgt natürlich für jede Menge Dreck, Kriminalität und schmierige Promoter, die dir das Arschloch einer Ratte als Ehering verticken wollen.

Berühmtheiten machen logischerweise einen Bogen um die ganze Gegend. Die sind nicht so bekloppt, sich in die Horden von Touristen zu stürzen.

Lass es mich auf den Punkt bringen! Wenn du mal auf Mallorca warst und die Schinkenstraße besucht hast, weißt du in etwa, was dich am Hollywood Boulevard erwartet.

Busladungen rempelnder Touristen, die sich gegenseitig bei Fotos im Weg stehen, rasen planlos von einem Stern zum nächsten, bis der Busfahrer nach ein paar Minuten die Kelle schwingt und alle völlig überrumpelt und enttäuscht wieder abreisen. Die kitschige Souvenir-Tasse aus einem der zig Andenken-Shops in der Hand sitzen sie dann da und lamentieren:

„Das war LA? Das hab ich mir aber schöner vorgestellt!“

An dieser Stelle darfst du dir das Zonk-Geräusch denken.

Lass dich nicht anquatschen

Dazu kommt das ununterbrochene Gelaber der Promoter, die dir die 749ste Tour zu den Häusern der Stars andrehen wollen. Vergiss das! Du wirst verarscht.

Die Touren führen vorbei an meterhohen Hecken, die riesige Anwesen umgeben, in denen mit viel Glück anno Knipps mal Stars gewohnt haben. Wenn du unter 30 bist, hast du von den meisten Namen wahrscheinlich noch nie etwas gehört und selbst darüber sind dir die meisten einfach völlig egal.

Gleiches gilt für die „Maps to the Stars“, die überall angeboten werden… alles Murks.

Damit du nicht einer derer wirst, die nach ihrem 20-minütigen Aufenthalt am Boulevard nach Hause kommen und allen anderen davon berichten, wie kackhässlich und gefährlich Los Angeles doch ist, gebe ich dir einen simplen Rat. Lass den bekannten Teil des Boulevards einfach links liegen!

Wirklich! Ich war da und würde nicht noch einmal hinfahren. Los Angeles hat so viel mehr zu bieten, als „Ripley’s believe it or not*“ oder die beiden(!) Wachsfigurenkabinette*, die nur wenige Schritte voneinander entfernt liegen. Wenn du nicht gerade Jimmy Kimmel live sehen möchtest, bei Musso & Frank Grill* zu essen gedenkst oder zur Oscarverleihung in LA bist, wirst du enttäuscht sein.

Und was Touren angeht, bist du nicht auf die schleimigen Fliegenfänger angewiesen, die dir die neueste Heckentour andrehen wollen. Vernünftige Touren durch Los Angeles kannst du bequem von daheim aus buchen. Hier ein paar Links für wirklich gute Trips:

Tipps für den ruhigen Teil des Hollywood Boulevards

Statt dich in das sinnfreie Chaos zu stürzen, das sich vor dem Chinese Theater abspielt, möchte ich dir den östlichen Teil des Hollywood Boulevards ans Herz legen.

Das Museum of Death* zum Beispiel ist, einen stählernen Magen vorausgesetzt, definitiv einen Besuch wert. Die Sammlung an Serienmörder-Devotionalien, Briefen, Fotos und so weiter ist der Wahnsinn. Sogar den echten abgetrennten Kopf eines Serienmörders gibt es zu sehen. Muss man drauf stehen, lohnt sich aber dann umso mehr.

Und wenn du angesichts der dargebotenen Grausamkeiten anschließend durstig bist, schau doch einfach ums Eck bei „Good Times at Davey Wayne’s*“ vorbei und schütte dir ein Bier hinter die Kiemen!

Sobald du durch die Kühlschranktür am Ende der Garage gegangen bist – Ja, das ist der Eingang – betrittst du die Bar, die komplett eingerichtet ist wie ein Haus in den 70ern. Man wartet förmlich darauf, dass Kevin Arnold aus „Wunderbare Jahre“ um die Ecke kommt und mit Winnie Cooper zu den 70s Songs tanzt, die der DJ auf die Turntables wirft. Mehr Vintage als bei Davey Wayne’s geht einfach nicht.

 

Essen ist nicht teurer als in Deutschland

 
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Mexikanisches Essen mit Suchtpotenzial - Chipotle

 

Paris, New York, London – Essen in Großstädten ist sündhaft teuer, keine Frage. Seltsamerweise gilt das aber nicht für LA, das mit eher moderaten Kursen für Leckereien um die Ecke kommt.

Natürlich kannst du in Los Angeles Restaurants finden, in denen du Haus und Hof verfressen kannst, bist dann aber selbst schuld. Preise sind überall online einsehbar und wenn es keine gibt, geh nicht dort essen. So einfach ist das.

LA ist eine Foodie-Stadt, was heißt, dass es für jede Unverträglichkeit, jeden Geldbeutel und jeden Geschmack eine Kochmütze gibt, unter der eine Ratte die passenden Strippen zieht.

Selbst die schlimmsten, resolut vegan lebenden Gesundheits-Supernazi-Overlords finden hier zu vernünftigen Preisen was zu beißen.

Wenn du mindestens einmal am Tag planst aushäusig essen zu gehen und keine Feinschmecker-Allüren hast, kommst du pro Nase im Durchschnitt locker mit 50$ pro Tag aus. Das kann sich absolut mit deutschen Preisen messen, zumal Trinkgelder hier auch schon mit eingerechnet sind.

Für etwas exquisitere Locations kann ich dir den Ratschlag mit auf den Weg geben, dass das Dinner für den Angeleno einen weit höheren Stellenwert hat als ein profanes Mittagessen. Daher kann es schon mal sein, dass Luigi für den gleichen Nudelpamps abends mehr verlangt als zum Lunch. Immer schön die Karte checken!

Eine weitere gute Anlaufstelle für den geschröpften Geldbeutel ist – Trommelwirbel – Whole Foods, die sonst eigentlich recht teure Lebensmittelapotheke. Die heiße Theke und die Salatbar sind, anders als das restliche Sortiment an gesunden Leckereien, wirklich günstig. Abgerechnet wird nach Pfund, sodass jedes Essen irgendwo um die acht bis zehn Dollar kostet, ganz egal was du eingepackt hast.

Die große Angst vor dem finanziellen Ruin durch Nachtisch ist also völlig unbegründet.

Nicht beim Trinkgeld knausern

Da du jetzt weißt, dass Chefkoch und Graf Zahl nicht gemeinsame Sache machen, gibt es auch keinen Grund mehr beim Trinkgeld zu knausern.

Diese ekelhafte deutsche Unsitte haftet dem Ruf des Sauerkraut-Touristen so sehr an, dass man sich fast nicht traut zu bestellen. Wird der deutsche Akzent erkannt, gehen die Mundwinkel mancherorts rasant gen Süden.

Dabei hat Trinkgeld in den Staaten einen völlig anderen Stellenwert als bei uns daheim. Statt einfach aufzurunden, damit der Kellner nicht im Kleingeldfach wühlen muss, geht es hier um die blanke Existenz. Trinkgelder sind einfach ein fester Teil des Lohns und es kommt einem Schlag ins Gesicht gleich, wenn du nichts gibst.

Sei kein Arsch! Von 15% bis 20% bist du mit dem Trinkgeld auf der sicheren Seite. Wenn dir das viel erscheint, rechne einfach deine gratis Refills und dein gratis Wasser dagegen und du gehst sogar mit Plus aus der Bude.

Bevor du fragst… Nein, Refills gibt es nur für Softdrinks, Kaffee und Wasser, du alte Saufnase. Alkohol zahlst du pro Drink.

Parke in Seitenstraßen

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Genug Platz für deinen Truppentransporter

Es ist nicht alles rosig im LaLaLand. Parkgebühren zum Beispiel sind in Los Angeles eine absolute Seuche. Die Parkuhr an der Melrose frisst schon mal gut und gerne drei Dollar, die am Griffith Observatorium* gierige vier Dollar pro Stunde. Von einem sicheren Parkplatz in Downtown möchte ich gar nicht erst reden.

Da kann einem schon die Kotze hochkommen, aber es gibt Rettung.

Der Ami an sich ist faul. Abseits der Einkaufsmeilen wirst du niemanden zu Fuß gehen sehen. Die Bürgersteige in Beverly Hills sind wahrscheinlich sogar noch jungfräulich wie Neuschnee und du könntest ohne weiteres die Aufmerksamkeit der Paparazzi auf dich ziehen, wenn du mit Sonnenbrille und Kapuzenpulli die Straße entlangläufst.

Demnach sind Parkplätze, die nicht unmittelbar an Sehenswürdigkeiten liegen, bedeutend billiger, wenn nicht sogar gratis.

Willst du also über die Melrose Avenue schlendern, parkst du am besten in einer der Parallelstraßen. Die Waring Avenue bietet zum Beispiel zwei Stunden Parken für lau.

Gleiches bietet die Hawthorn Avenue bei einem Besuch des Hollywood Boulevards. Hier gibt es allerdings eine Beschränkung. Damit du die Schulbusse nicht behinderst, darfst du hier nur von 09:00 morgens bis maximal 13:30 parken.

Trotz aller Versuche die Kosten für Parkgebühren im Keller zu halten, sind wir durchschnittlich mit neun Dollar am Tag dabei gewesen. Griffith Park und Downtown versauen diese Bilanz natürlich enorm. Folgende App hilft dir zumindest den günstigsten kostenpflichtigen Parkplatz zu finden.

Stadtteile, die du vermeiden solltest

 
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Die Kehrseite der Medaille

 

Wenn du glaubst, alle Hollywood-Filme seien übertrieben und die Wirklichkeit würde ganz anders aussehen, darf ich dich gern auf den Boden der Tatsachen zurückholen.

LA wirkt, als würde die Stadt Leute dafür bezahlen, es genau SO aussehen zu lassen, wie du es aus dem Kino kennst. Das ist natürlich Quatsch, aber die Unterschiede zwischen Realität und Fiktion sind nicht allzu groß.

Das gilt leider auch für Filme wie Menace II Society*, End of Watch* oder Straight outta Compton*.

Compton, Teile von Inglewood und South Central sind somit für Touristen ganz einfach gestrichen. Ganz egal ob du weiß, schwarz oder lila gepunktet bist. Es gibt einfach zu viel, was du falsch machen kannst.

Im Zweifel kann schon die Farbe deines Shirts oder der Aufdruck deiner Cap ausschlaggebend sein für eine ungesunde Bleivergiftung oder gar einen spontanen Anfall von Tod. Ganz zu schweigen von dem Barcode-Aufkleber auf deiner Mietschleuder.

Solltest du doch einmal in eine Problemgegend geraten, bleib auf den Hauptstraßen und suche nach der nächstmöglichen Freeway-Auffahrt. Es gibt keinen Grund zur Panik, so lange du nicht in irgendwelche dunklen Seitengassen abbiegst.

Kleine Gedankenstütze: Wenn die komplett vergitterten Häuser so schäbig sind, dass du dich fragst, ob die Gitter etwas aus- oder einsperren sollen, ist das ein klares Zeichen dafür, dass du dich vor Einbruch der Dunkelheit vom Acker machen solltest.

Eine sehr hilfreiche und zugleich schockierende Seite ist die der Rechtsanwaltskanzlei Seppi Esfandi. Hier kannst du dir Block für Block die aktuellen Straftaten anschauen und erfährst, welche Stadtteile du zwingend meiden solltest. Dazu musst du nur auf eine der aufgelisteten Gegenden klicken.

 

Verkehr

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Stau in LA - Nicht schön, aber machbar

LA ist am Rande des Erträglichen, was die Verkehrsdichte anbelangt.

Ich, als alter Ruhrpottler, habe auf der Autobahn schon so manches unfreiwilliges Picknick veranstaltet und hatte eigentlich weit Schlimmeres erwartet. Mir wurde aber von vielen Stellen bestätigt, dass das mehr mit Glück als mit Verstand zu tun hatte.

Es gibt jedoch einen einfachen Trick, wie du deinen Aufenthalt in Los Angeles nahezu frei von Staus halten kannst. Stell deine Navigation ganz einfach durchgehend so ein, dass du nicht auf Freeways und Interstates gelotst wirst. Diese Triple Bypass Verkehrsadern sind hoffnungslos verstopft. Da reicht schon ein kleiner Fender Bender und schon geht auf sechsspuriger Breite gar nichts mehr.

Bei den Angelenos gilt daher der Spruch „Never take the 5“, womit die Interstate 5 gemeint ist, die sich mitten durch LA zieht. Einer der Orte, an dem ein Automat für Parktickets mehr Geld einspielen würde als eine Radarfalle.

Das Gleiche gilt für die „4 miles in 5 hours“… die 405. Eine weitere notorisch verstopfte Hauptverkehrsader.

Aber nicht traurig sein, kleiner Prinz. Wenn du der Versuchung, dich in die Blechlawine zu stellen widerstehen kannst, siehst du automatisch auch mehr von der Stadt und dem wahren Leben in Los Angeles. Plötzlich tauchen links und rechts Orte auf, die du so gar nicht auf dem Schirm hattest, die aber einen kurzen Stopp wert sind.

In unserem Fall war das der Chandelier Tree, ein mit zig Kronleuchtern illuminierter Baum in einem sonst recht unscheinbaren Vorgarten in Silver Lake. Hätten wir die Interstate genommen, wären wir dort nie vorbeigekommen. Für unseren nächsten LA Trip werden wir auch das Gästehaus des Besitzers mieten. Airbnb sei Dank!

Solltest du auch mit dem Gedanken spielen, nutze einfach meinen 25€ Rabatt bei Neuanmeldung*!

Experimente werden belohnt

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Nicht unter den Top Sehenswürdigkeiten - Das Haus aus dem Film "Insidious"

Lust mal was zu wagen? Dann bist du in LA goldrichtig. Statt den gebetsmühlenartig vorgekauten Touristen-Dünnpfiff abzufahren, beweg dich lieber abseits der ausgetretenen Pfade und entdecke Dinge, die selbst Einheimische nicht unbedingt kennen.

Wusstest du zum Beispiel, dass es verlassene Nazi-Verstecke in LA gibt? Gibt es! Murphy’s Ranch in den Pacific Palisades verbindet eine knackige Wanderung mit einem Lost Place der Kategorie „Super creepy“.

Genauso gibt es Tunnel, die in den 50er Jahren gebaut wurden, um möglichst viele Angelenos im Falle eines nuklearen Angriffs aus der Stadt zu schleusen. Kennt kein Mensch, sind aber noch an Ort und Stelle. Downtown hat übrigens auch jede Menge Tunnel zu bieten. Durch das Stadtarchiv kommst du auf recht komplizierten Wegen unter die Stadt und in die endlosen Tunnelsysteme, die heutzutage die Verwaltungsgebäude miteinander verbinden.

In den 20er Jahren wurden diese Tunnel allerdings genutzt, um während der Prohibition Alkohol in die vielen Speakeasies unter der Stadt zu bugsieren. Da das Ganze natürlich jenseits jeglicher Legalität läuft, solltest du eine möglichst gute Ausrede für die sporadisch anwesenden Cops haben. Nervenkitzel ist vorprogrammiert.

Wege gibt es überall und die besten sind manchmal die ohne Fußspuren.

Gib etwas zurück

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Gar nicht so weit hergeholt

Sicherlich wird sich während deines Aufenthalts in LA auch einiges an Equipment auf DEINER Rückbank ansammeln.

Kühlbox, Pflegeprodukte, Strandtücher, etc. sind da nur ein kleiner Teil der Liste. Aber was, wenn es wieder Richtung Heimat geht? Alles mitnehmen? Wozu? Die ganzen kleinen Helferlein haben kurz vor Abreise doch eh keinen Wert mehr für dich. Also gilt es, alles noch irgendwie sinnvoll zu verwerten.

Angesichts der vielen Obdachlosen in Los Angeles ist es nur logisch alles in die Hände derer zu geben, die es wirklich benötigen. Nimm einfach deine Kühlbox und verbrate dein angesammeltes Kleingeld auf Trinkwasser, Brot und Snacks. Zusammen mit all dem, was dank deiner ausgiebigen Shopping-Raubzüge nicht mehr in den Koffer passen will, hast du so das perfekte Rezept für ein dankbares, ehrliches Lächeln.

Obdachlose zu finden sollte in LA nicht allzu schwer sein, aber lass dir gesagt sein, dass du in unmittelbarer Nähe des Flughafens weniger Glück haben wirst. Warte daher nicht zu lange damit. Brücken sind übrigens eine gute Anlaufstelle.

Es ist schön den Urlaub mit einer guten Tat zu beenden, statt am Flughafen den nächstbesten Touristen mit Equipment auszustatten, das er sich locker selbst leisten kann. Andere haben es da weit nötiger. Gib dieser Stadt und ihrer weniger privilegierten Einwohner etwas zurück! JUST DO IT!

Viel Spaß in Los Angeles!

 
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