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Californication Drehorte - Hanks Loft in Venice Beach

Californication Drehorte

Hank Moody vs. Jim Morrison

Als Tom Kapinos, Autor der Serie „Californication“, den selbstzerstörerischen Charakter „Hank Moody“ erschuf, befand er sich selbst in jener prägenden Phase, in der um ihn herum jeder heiratete und Kinder in die Welt setzte, statt sich die Nächte in Clubs und Bars um die Ohren zu hauen. Seine besten Freunde mussten plötzlich ihre Ehefrauen um Erlaubnis fragen, wenn es darum ging, sich einen Film im Kino anzusehen. Ein Konzept, dass für ihn zu dieser Zeit nicht aufging. Erst recht nicht, nachdem er zuvor für vier Staffeln der unfassbar nervtötenden Serie „Dawson’s Creek“ als Schreibnutte herhalten musste.

Derart gequält und nahezu schon depressiv, war es an der Zeit eine neue Herausforderung zu finden und eine Serie zu kreieren, die es in der Form noch nicht im Fernsehen gegeben hatte. Die Geburtsstunde von Californication.

Hank Moody

Logischerweise musste Hank, der Hauptcharakter und somit Dreh- und Angelpunkt der Serie, das komplette Gegenteil des typischen Spießbürgers werden, was Kapinos auch zu hundert Prozent gelungen ist. Ohne jedoch auf Familiensinn und liebenswerte Eigenschaften zu verzichten, wie ich hinzufügen möchte.

David Duchovny, der Hank verkörpert, spielt einen selbstzerstörerischen Autor, dessen Faible für Frauen und die Liebe zu brutaler Wahrheit seine Karriere auf merkwürdige Art fördern, gleichzeitig aber auch zunichtemachen.

So gerät Hank Moody, Vater einer pubertierenden Tochter und Möchtegern-Ehemann seiner Angebeteten Karen, in einen Haufen Trouble, den er in den Straßen Los Angeles geradebügeln muss, einer Stadt, die so ganz anders tickt als seine kaltärschige Heimat New York.

Als absoluter Californication Fan, der die sieben Staffeln mittlerweile mehrfach weggesuchtet hat, ist es selbstverständlich, dass ich einige der Drehorte in Los Angeles unbedingt selbst besuchen musste.

Californication Drehorte vs. The Doors

Obwohl es recht naheliegend ist, einen Charakter wie Hank mit Jim Morrison in einen Topf zu werfen, bin ich bei unserem Besuch an den Drehorten dennoch überrascht, wie unglaublich nah sich die beiden Welten kommen. Insbesondere weil knapp 40 Jahre dazwischen liegen.

Sogar im direkten Vergleich unterscheiden sich Hank und der schwarzlederne Dämon, als der er sich selbst gern sah, lediglich in der Ausdrucksform ihrer Kreativität. Der eine schreibt, der andere singt. Die Gemeinsamkeiten überwiegen jedoch massiv.

Beide sind Frauenhelden, trinken gern einen über den Durst, sind Drogen nicht abgeneigt, kreativ, switchen zwischen mehreren Geliebten hin und her, verbringen einen Großteil ihres Daseins in LA und insbesondere Venice, neigen zur Selbstvernichtung und lieben Rock’n’Roll.

Du bist natürlich ein schlaues Bienchen und hast gemerkt, dass man an Morrisons Stelle auch jeden anderen beliebigen Rockstar hätte packen können und der Vergleich ginge trotzdem auf, doch die wahre Verknüpfung der beiden wird erst richtig deutlich, wenn man sich ein paar Drehorte und Szenen aus Californication einmal genauer anschaut.

Und selbst wenn mal keine Verbindung zu Morrison besteht, hat doch jede Location für sich eine ganz eigene Geschichte zu bieten, die meist in der Hall of Fame der Rockmusik spielt.

Hanks Loft

Der heilige Gral der Californication Drehorte ist sicherlich Hanks Loft in Venice. Die Szenen, die sich in der Serie hier abspielen, sind der Traum vieler Männer und an Absurdität zum Teil nicht zu überbieten. Nur eine Seitenstraße vom Venice Beach Boardwalk entfernt, ist das Haus sehr leicht zu erreichen.

Auch Henry Diltz und die Doors haben sich Hanks Apartment für ein Fotoshooting ausgesucht, 40 Jahre bevor es dazu wurde. Hier findest du die Originalaufnahme vor der damals noch grünen Garage mit der ikonischen „I think I know the reason, but I can’t spell it“ Aufschrift.

Die Eingangstür wurde später nach vorn versetzt und das Garagentor weiß gestrichen. Dass es definitiv das gleiche Haus ist, erkennt man an der Riemchenfassade und dem zweigeteilten Betonfuß der Wand.

Californication Drehorte - Hank Moody trifft auf Jim Morrison

26 Brooks Avenue © Paramount Pictures

Californication Drehorte - Hank Moody trifft auf Jim Morrison

Hank, Karen & Becca © Paramount Pictures

Buchtipps*

Venice Canals

Oftmals sehen wir Hank im Laufe der Serie bei mehr oder minder tiefgründigen Aussprachen mit entweder Karen oder Becca auf den Brücken der Venice Canals, zwischen Boardwalk und der Marina del Rey. Auf welcher dieser Brücken sich Hank um Kopf und Kragen geredet hat, kann ich nicht genau sagen, aber vielleicht findest du ja eine der exakten Locations und packst sie hier in die Kommentare.

Auch hier gibt es einen direkten Zusammenhang zu den Doors, die in den späten 60ern von Bobby Klein auf eben einer dieser Brücken im Rahmen eines Fotoshootings verewigt wurden. Bobby war Jim Morrisons Nachbar in Laurel Canyon und hat ein sehr inniges Verhältnis zu Morrison gehabt.

Californication Drehorte - Hank Moody trifft auf Jim Morrison

Die Kanäle von Venice

Californication Drehorte - Hank Moody trifft auf Jim Morrison

Hank & Becca © Paramount Pictures

Faiths Haus

Wir bleiben direkt in Laurel Canyon und springen in die sechste Staffel von Californication und damit zu Faith, der Muse des verschrobenen Rockstars Atticus Fetch. Ihr sehr opulentes Heim steht tatsächlich direkt neben Jim Morrisons Haus, in einer Gegend, in der du in den 60er Jahren täglich der Creme de la Creme des Rock’n’Roll begegnen konntest, direkt zwischen Laurel Canyon Boulevard und Rothdell Trail.

Californication Drehorte - Hank Moody trifft auf Jim Morrison

Jim Morrisons Haus

Californication Drehorte - Hank Moody trifft auf Jim Morrison

Hippie-Flair in Faiths Haus © Paramount Pictures

Auf dem Album „Waiting for the sun*“ singt Morrison im Song „Love Street“ über den Rothdell Trail und seine Zeit dort mit Pamela Courson.

Der direkt angrenzende Canyon Country Store*, unter anderem auch im Vorspann von Californication zu sehen, versorgte die Anwohner mit den typischen Tante Emma Utensilien, nur dass die Anwohner in diesem Fall David Crosby, Mama Cass, Mick Jagger, Frank Zappa oder eben Jim Morrison hießen. Heutzutage ist der Laden noch immer geöffnet, sodass du dir einen Kaffee schlürfen kannst, wenn du Morrisons Haus und das von Faith selbst unter die Lupe nehmen willst.

Californication Drehorte - Hank Moody trifft auf Jim Morrison

Laurel Canyon Country Store

Californication Drehorte - Hank Moody trifft auf Jim Morrison

Californication Vorspann © Paramount Pictures

Für einen längeren Aufenthalt kannst du Morrisons Haus auch direkt als Ferienwohnung mieten. Der ursprüngliche Bau wurde zwar Opfer eines Brandstifters, die neu aufgebaute Fassade hat aber trotzdem noch genug Flair, um ein idealer Ausgangspunkt für die Besichtigung des nächsten Drehorts zu sein.

Lew Ashbys Haus

Trotz der Nähe zu Faiths Haus - gerade einmal zwei Minuten sind’s die Straße rauf - hat Lew Ashbys Bleibe mal ausnahmsweise nichts mit Jim Morrison zu tun, kommt aber mit einer nicht weniger rockigen Geschichte daher.

Das gigantische Anwesen, das in den 30er Jahren Errol Flynn gehört hatte, ist heutzutage in Rick Rubins Besitz. Genau wie Lew Ashby in der Serie, ist Rubin ein sehr erfolgreicher Musikproduzent. Da er selbst nicht in dem Haus wohnt, sondern es als Tonstudio nutzt, haben schon etliche Größen hier Zeit verbracht.

Das im Jahr 1918 gebaute Zehn-Schlafzimmer-Monstrum von Haus hat Bands wie die Red Hot Chili Peppers, Slipknot, Audioslave, The Mars Volta, Marilyn Manson, Linkin Park oder auch System of a Down beherbergt. Die Chili Peppers haben sogar mehrere ihrer Alben hier aufgenommen, „Blood, Sugar, Sex, Magik*“ von 1991 allen voran. Slipknot waren mit ihrem dritten Album „The Subliminal Verses*“ und Marilyn Manson mit „Holy Wood*“ hier im Studio.

Wie es sich für ein altes Gemäuer gehört, ranken sich auch reichlich Mythen und Geistergeschichten um „The Mansion“, wie das Haus eigentlich genannt wird. Angeblich hat Houdini hier einst gelebt, was sich aber als unwahr herausgestellt hat. Corey Taylor, Sänger der Bands Slipknot und Stone Sour, erwähnt diesen Umstand und die ausgiebigen Spukaktivitäten in seinem Buch „A funny thing happened on the way to heaven*“. Eine gute Lektüre übrigens für alle Slipknot Fans und jeden, der noch mehr über „The Mansion“ erfahren will.

Spukgeschichten

Insbesondere für Spuk- und Geistergeschichten ist die Hütte in Los Angeles sehr bekannt. Mehr noch fast, als das echte Houdini-Anwesen*, das sich zwei Minuten zu Fuß entfernt befindet, genau zwischen Jim Morrisons Haus und „The Mansion“.

Man mag an Geister glauben oder auch nicht, doch die Tatsache, dass sämtliche Bands so ihre Erscheinungen hatten, lässt einen schon etwas stutzig werden.

Slipknots Drummer Joey Jordison hatte eine unangenehm sexuell angehauchte Begegnung im Keller, den er nach dem Vorfall als logische Konsequenz nie wieder betreten hat. Wer lässt sich schon gern von Geistern an die Nüsse fassen? Corey Taylor hingegen hat Fotos davon machen können, wie zwei leuchtende Erscheinungen das Thermostat der Heizung in seinem Zimmer betätigen.

Am übelsten haben die Hausgeister wohl Chad Smith, seines Zeichens Drummer der Red Hot Chili Peppers, mitgespielt. Er hat bei den Aufnahmen zu „Blood, Sugar, Sex, Magik*“ beschlossen, nicht weiter im Haus zu wohnen. Selbst im Cover Artwork findet sich ein Foto einer merkwürdigen Lichterscheinung, die bei einem Bandfoto vor Ort aufgenommen wurde.

Ob auch Jimi Hendrix, David Bowie und Mick Jagger, die in den 60er und 70er Jahren hier regelmäßig zu Gast waren, Geister gesehen haben, wird wohl in engem Zusammenhang mit der Qualität ihrer Drogen gestanden haben. Bei den Dreharbeiten zu Californication waren die Geister offenbar anderweitig beschäftigt.

Bill, Karen & Mias Haus

Keine Geister, keine Rockstars und ganz sicher auch keine armen Leute wirst du in dem Haus finden, das bereits ab der ersten Staffel als Domizil von Bill, Karen und Mia zu sehen ist.

Ganz in der Nähe von Hanks Loft und den anderen Venice Locations befindet sich dieses 460m² große Haus von Architekt David Hertz, das er im Jahre 1995 ursprünglich für sich und seine Familie gebaut hat. Anfangs war das Gebäude wesentlich kleiner, wurde aber über die Jahre um zwei weitere Flügel ausgebaut, die, wie schon die ersten beiden Hausteile, über verschiedenartige Brückenelemente miteinander verbunden sind.

Im Zentrum des ökologisch wertvollen Baus liegt der längliche Pool, den wir alle aus der Serie kennen. Den hat nun der neue Besitzer exklusiv für sich allein, nachdem er 14,6 Millionen Dollar auf den Tisch geblättert hat.

Beliebtes Filmobjekt

So viel Geld will wieder reingeholt werden und somit hat das als „McKinley Residence“ bekannte Haus des Öfteren mal eine sogenannte „Notice of Filming“ an der Tür kleben. Diese informiert die Nachbarschaft darüber, dass in naher Zukunft gefilmt wird und es dadurch zu Beeinträchtigungen kommen kann. Gerade in Venice kann man damit ganze Ordner füllen, ist der Stadtteil nach Griffith Park* doch der am häufigsten frequentierte Drehort in ganz LA.

Als sehr beliebtes Filmobjekt taucht die McKinley Residence neben Californication auch in „Men, Women & Dogs“, einer Folge der dritten Staffel von „CSI: Miami“ namens „Murder in a Flash“ und dem oscarprämierten Film „Adaption“ auf.

Pate für die ungewöhnliche Architektur, die das Leben draußen und drinnen perfekt verbindet, war der Architekt Rudolph Schindler, der viele seiner Häuser von seinen Bali-Reisen inspiriert gestaltete.

Wenn du mehr vom Interieur sehen möchtest, wie zum Beispiel die Outdoor-Küche, den Feuerplatz oder die offene Dusche, hat „livemodern“ hier ein paar Fotos für dich parat.

Rainbow Bar & Grill

Zurück zum Rock’n’Roll bringt uns Episode zwei der zweiten Staffel Californication, in der Hank und Lew Ashby die „Rainbow Bar*“ besuchen. Rainbow Bar klingt zunächst eher nach Gay-Sauna, ist aber DIE Adresse für Metalheads und Rock’n’Roller überhaupt.

Californication Drehorte - Hank Moody trifft auf Jim Morrison

Californication - Die Rainbow Bar © Paramount Pictures

Californication Drehorte - Hank Moody trifft auf Jim Morrison

Californication - Hank und Lew © Paramount Pictures

Da der Laden, der im Erdgeschoss ein Restaurant und im Obergeschoss einen Club beherbergt, erst im Jahre 1972 eröffnet wurde, hatte Morrison nie die Gelegenheit dort abzuhängen, auch wenn die schwedische Wikipedia-Seite das behauptet. Er starb am 3. Juli 1971. Selbst für den Lizzard King eine unlösbare Aufgabe. Doch zu Jim kommen wir gleich noch.

Egal ob es die letzte Mahlzeit Jim Belushis (Linsensuppe an Tisch 16) oder der tägliche Besuch von Lemmy Kilmister, Sänger der Band Motörhead, ist, der gern am Ende der Bar saß und eine virtuelle Pokermaschine malträtierte, während er seinen Whisky trank… Die Rainbow Bar besteht aus Rocklegenden.

Die großen Namen des Rainbow

John Lennon, Ringo Starr, Neil Diamond, Elvis, Mötley Crüe, WASP, Guns’n’Roses und Alice Cooper waren und sind zum Teil auch heute noch Stammgäste im Rainbow. Wann immer ein Konzert im benachbarten Roxy* stattfindet, tauchen die Musiker früher oder später am Abend mit Sicherheit auch im Rainbow auf, um ein paar Drinks auf ihre Helden zu nehmen.

Selbst Anthony Kiedis von den Red Hot Chili Peppers hat bereits als Kind mit seinem Vater Blackie Demmett an der Bar gesessen, zwischen Led Zeppelin und den Jungs von KISS. Davon erzählt er auch in seinem Buch „Scar Tissue*“.

Ein weiteres Buch, das die Groupie-Ära der Rainbow Bar näher beleuchtet, ist Pamela des Barres „Let’s spend the night together*“, in dem sie unter anderem über ihre Eskapaden mit Billy Idol schreibt.

 
Californication Drehorte - Hank Moody trifft auf Jim Morrison

Sunset Strip Royalty

 

Jeden Mittwoch gibt es übrigens Livemusik bis der Laden die Pforten dicht macht. Zum Teil von Nachwuchsbands, aber auch der ein oder andere Heavy Metal Hall of Famer hat sich schon auf die Bühne des Rainbow verirrt.

Die Verbindung zu Jim Morrison

Auch wenn es in der Rainbow Bar keine direkte Verbindung zu den Doors gibt, taucht direkt auf der anderen Straßenseite doch noch eine Location auf, die nur sehr schwer zu übersehen ist: Das „9000 Building“.

Ende der 90er und bis in die 2000er hinein hatten die übriggebliebenen Doors hier ihr Büro. Ausgerechnet in dem Gebäude, auf dessen Dachsims Jim Morrison seinen lebensgefährlichen „Tightrope walk“ hinlegte, über den Ray Manzarek, Keyboarder der Doors, nach Morrisons Tod in „Tightrope Ride“ singt. Zu sehen ist der riskante Stunt im Film HWY: An American Pastoral.

Ebenfalls auf dem Dach des 9000 Buildings wurden 1967 die Lipsync-Aufnahmen für die TV-Ausstrahlung von „Light my Fire“ in der Sendung „Malibu U“ aufgenommen. Der Rest stammt vom Leo Carrillo State Beach in Malibu

Morrison ist einfach überall…

Karen & Marcys Haus

Wir sind zurück in Venice Beach und begeben uns auf die erste Parallelstraße zum berühmten Venice Boardwalk, der Meile für alle, die gern sehen und gesehen werden. Wir besuchen das Haus, das Karen und Marcy in Staffel sechs mieten.

Die Damen-WG befindet sich der Adresse nach auf der Park Avenue, was sehr schick klingt und auch rotzeteuer ist, jedoch an der Ecke zum Speedway liegt, dem Boardwalk der Junkies und Penner. Nur wenige Meter vom Epizentrum des Venice Beach Lifestyles türmt sich hier der Dreck der Obdachlosen.

Californication Drehorte - Hank Moody trifft auf Jim Morrison

Karens Haus - Ecke Park Avenue & Speedway

Californication Drehorte - Hank Moody trifft auf Jim Morrison

Karens Haus © Paramount Pictures

Ein Zelt neben dem nächsten, verdreckte Menschen ohne Schuhe und Zähne und auch vereinzelte kleine Grüppchen von Typen mit eindeutiger Gangzugehörigkeit sind hier die Norm. Direkt daneben stehen die kleinen, hölzernen Einfamilienhäuser, deren Wert ausnahmslos im siebenstelligen Dollar-Bereich anzusiedeln ist.

Hanks Loft liegt übrigens fußläufig nur Sekunden von diesem Drehort entfernt.

Wer im eher semi-schönen Teil von Venice Sehnsucht nach Jim Morrison bekommt, den kann ich trösten. Der Speedway birgt nur eine halbe Meile weiter das berühmte Jim Morrison Wall Mural, das zu jedem Besuch in Venice Beach einfach dazugehört.

Zu Fuß dauert es circa zehn Minuten bis du das riesige Kunstwerk erreichst. Das gute Stück taucht übrigens auch im Vorspann der Serie auf.

Californication Drehorte - Hank Moody trifft auf Jim Morrison

Jim Morrison Mural im Vorspann © Paramount Pictures

 

Filme & Serien*

Beverly Cinema

Frage: Was ist cooler als Californication und Jim Morrison zusammen? Richtig… Quentin Tarantino.

Und vor genau dessen Kino, dem New Beverly Cinema*, stehen Charlie Runkle und sein Porno-Starlet Daisy in Folge fünf der zweiten Staffel. Nicht genug damit, dass Tarantino ein eigenes Kino besitzt. Die Story dahinter ist das wirklich Coole.

Das über 90 Jahre alte Kino hat bereits eine Vergangenheit als Süßwarengeschäft, Nachtclub, Theater und schließlich seit den 50er Jahren als Kino. Zunächst als ordentlicher Filmpalast, anschließend als Pornokino, bis ein Mann namens Sherman Torgan aus der schmuddeligen Bumsbude das heutige Beverly Cinema machte.

Bis heute ist Torgans Konzept des Double Feature Programms, bei dem zwei thematisch verwandte Filme nacheinander gezeigt werden, ein Erfolg.

Zusammen mit seinem Sohn Michael hielt er immer daran fest, was darin resultierte, dass das Kino in 2002 zum Austragungsort des monatlichen Grindhouse-Festivals wurde. Dazu steuerte letztendlich in 2007 auch Quentin Tarantino Filme seiner privaten 35mm-Sammlung bei.

Tarantino to the rescue!

Als kurz darauf Sherman Torgan im zarten Alter von 63 bei einer Radtour durch Santa Monica tot vom Sattel kippt, kauft Tarantino kurzerhand das ganze Gebäude und lässt via „The Hollywood Reporter“ Folgendes verlauten:

„As long as I'm alive, and as long as I'm rich, the New Beverly will be there, showing double features in 35mm."

Bis heute hält er Wort und gestaltet zusammen mit Michael Torgan das Programm in Amerikas letztem Kino seiner Art, das nur von Screenings Tarantinos eigener Filme unterbrochen wird. Selbst diese werden im 35mm Format und als Double Feature gezeigt. Zuletzt „The Hateful 8*“ zusammen mit einem Klassiker, der als Inspiration für den Streifen diente.

Popcorn gibt es gratis zum Film und im Vorfeld laufen Classic Cartoons, Kurzfilme und Trailer zu uralten Grindhouse-Filmen.

Solltest du also das Bedürfnis haben, einen Film sehen zu wollen, ist dieser Californication Drehort ein MUSS.

Der Comedian Patton Oswalt widmet übrigens sogar seine Memoiren dem New Beverly Cinema. In seinem Buch „Silver Screen Fiend: Learning About Life from an Addiction to Film*“ berichtet er über seine fast schon krankhafte Beziehung zu Torgans Kino, in dem er zwischen 1995 und 1999 um die 720 Filme schaute. Er hoffte, in den Klassikern eine Art magische Weisung für seine eigene Karriere zu finden.

Charlie & Marcys Haus

Ich mach’s kurz. Das Haus von Charlie und Marcy ist ein Haus… in Venice… nicht mehr und nicht weniger. Normale Menschen wohnen dort und es gibt keine Besonderheiten. Muss auch mal sein. Den Drehort live zu sehen ist trotzdem eine Erfahrung.

Californication Drehorte - Hank Moody trifft auf Jim Morrison

La Casa del Runkle in Venice Beach

Californication Drehorte - Hank Moody trifft auf Jim Morrison

Runkles Haus © Paramount Pictures

Hollywood Bowl

In Folge neun der zweiten Staffel versucht Lew Ashby Karen um den Finger zu wickeln, indem er ein kleines Privatkonzert in der Hollywood Bowl* arrangiert. Sicherlich nicht ganz günstig, bedenkt man die Größe und Geschichte der Bowl.

Im Hintergrund taucht immer wieder die Bühne auf, auf der die Doors am 5.Juli 1968 ihr Heimspiel gaben, das erst 1987 als CD mit dem Titel „The Doors - Live at the Hollywood Bowl*“ in die Läden kam. Eine komplette Version des Konzerts gibt es sogar erst seit 2012, auch in der „The Doors – 30 Years Commemorative Edition*“ auf Bluray.

Wenn du die Hollywood Bowl besuchen möchtest, solltest du auf den Spielplan schauen. An spielfreien Tagen kannst du kostenfrei in der Bowl picknicken oder dem hiesigen Orchester bei den Proben zusehen, falls das dein Ding ist. Auch einen Parkplatz kannst du problemlos ergattern, wenn nicht gerade ein Konzert stattfindet.

Aus der Vogelperspektive ist die Bowl auch vom Mulholland Drive* aus sehen. Der Jerome C. Daniels Overlook ist der perfekte Ort für ein Erinnerungsfoto. Wir haben dort eins geschossen, als wir mit unserem Freund Dean Karr in LA unterwegs waren.

Book Soup

Thematisch bedingt tauchen in Californication immer wieder mal Buchläden auf. Immerhin versuchen sich insgesamt vier Charaktere als Schriftsteller.

Allen voran ist da natürlich „Equator Books“ zu erwähnen. Der Buchladen liegt auf dem Abbot Kinney Boulevard in Venice, auf dem Unmengen an Californication Drehorten zu finden sind. Equator Books ist der Laden, in dem Hank in der ersten Staffel auf Mia trifft, ist mittlerweile aber leider dauerhaft geschlossen.

Dauerhaft geschlossen hat leider auch das kleine Eck-Café „Abbot’s Habit“, das in der sechsten Staffel als Drehort für Beccas Lesung dient. Auch als ihr Hank in Folge acht der gleichen Staffel Feedback zu ihrem Buch gibt, befinden sich die beiden bei Abbot’s Habit.

Der Außenseiter in der Runde der Buchläden, da nicht in Venice, sondern in West Hollywood, ist damit „Book Soup*“. Der größte unabhängige Buchladen Hollywoods ist Schauplatz der Schlägerei zwischen Hank und Regisseur Todd Carr, der sein Erstlingswerk „God hates us all*“ in die Schmonzette „A crazy little thing called love“ verwandelt hat. Zu sehen ist die Szene in der dritten Folge der ersten Staffel.

Californication Drehorte - Hank Moody trifft auf Jim Morrison

Book Soup © Paramount Pictures

Californication Drehorte - Hank Moody trifft auf Jim Morrison

Book Soup © Paramount Pictures

Ein zweites Mal taucht Book Soup auf, als Hank sich nach einem kurzen Knastaufenthalt vor dem Schaufenster eines Buchladens wiederfindet, in dem sein Konterfeit groß und breit über Mias Buch „Fucking and Punching“ prangt. Die erste Folge der vierten Staffel liefert das dazugehörige Bildmaterial.

Die Doors Connection

Book Soups Geschichte ist typisch für Hollywood. 1975 eröffnet Glenn Goldman den Laden, der anfangs so mies läuft, dass er zwischenzeitlich sogar darin wohnen muss. Wenig später finden die Kunden zum Glück doch noch ihren Weg in sein Geschäft, das daraufhin so stark wächst, dass Goldman in ein größeres Ladenlokal umziehen muss.

Von da an läuft es rund. Zwischen Lesungen und dem Alltagsgeschäft finden auch immer wieder Autogrammstunden statt. Unter anderem tauchen Namen auf, wie Martin Scorsese, Howard Stern, Muhammad Ali, Shaquille O’Neal, Mia Farrow, Mark Wahlberg und… Trommelwirbel… The Doors.

Das ist aber noch längst nicht die einzige Verbindung zu den Doors. Direkt neben Book Soup befindet sich ein zweiter Buchladen namens „Mystery Pier Books*“, der sehr seltene, meist handsignierte Bücher im Angebot hat. Zu Morrisons Zeiten jedoch war dort kein Buchladen, sondern das 16mm Kino „Cinemathique 16“, ein Untergrundkino, das sich mit der Vorführung von Experimentalfilmen über Wasser hielt.

Californication Drehorte - Hank Moody trifft auf Jim Morrison

Book Soup © Paramount Pictures

Dort fand zu Ehren von Politiker Norman Mailer ein Konzert der Doors statt, bei dem Jim Morrison auch „An American Prayer*“ rezitierte.

Sollte Mystery Pier Books geschlossen sein, kannst du auch durch Book Soup hindurchgehen und dir auf der Terrasse ein Bild des grünen Gebäudes machen.

Chateau Marmont

Das recht noble Hotel mit der berüchtigten Bar, in der auch Klientel wie Marilyn Manson gern mal einkehrt, ist die wohl größte Hommage an Jim Morrison und ein weiterer Beweis dafür, dass Kunst gern Leben imitiert, statt andersherum

In der vierten Staffel trifft Hank in einem namenlosen Hotel, dessen Ausstattung der des Chateau Marmont* sehr ähnelt, auf Schauspielerin Sasha Bingham. Allerdings ist man sich nicht im Klaren, ob die Szenen wirklich alle dort gedreht wurden oder in einem Studio. Der Barbereich und die Lobby sind jedenfalls nahezu identisch.

Nicht jedoch der Balkon, von dessen Brüstung Hank die leicht depressive Mia in Folge fünf holen muss. Die grün-weiß gestreifte Markise ist zwar ein Markenzeichen des berühmtesten Hotel West Hollywoods, die Ornamente der Brüstung unterscheiden sich allerdings deutlich.

Als Jim Morrison, ein Stück weiter die Straße runter, im Alta Cienega Motel* wohnte, war er hier häufig zu Gast und ist ironischerweise von exakt einem dieser Balkone des Chateau Marmont gefallen, wobei er sich mehrere Rippenbrüche zuzog.

Im Film „The Doors*“, von Oliver Stone, taucht die Szene ebenfalls auf. Allerdings stürzt Morrison hier nicht ab, sondern wird von seiner Freundin Pam gerettet. Die Szene wurde tatsächlich im Chateau gedreht, wie du auch im folgenden Video sehen kannst.

 

Whisky a Go Go

Mit dem „Whisky*“, wie der Club am Sunset gern genannt wird, bringen die Autoren von Californication Hank und seine Liebsten in Morrisons sprichwörtliches Wohnzimmer.

In Folge fünf der vierten Staffel spielt Becca im Whisky ein Konzert im Vorprogramm der „Black Label Society“. Wenn man ehrlich ist, hätte ihre Band „Queens of Dog Town“ im wahren Leben keine Chance, um als Support für einen solchen Hochkaräter zu spielen.

Für die Macher der Serie schien es aber so wichtig zu sein das Whisky ins Spiel zu bringen, dass die Glaubwürdigkeit etwas in den Hintergrund rücken durfte.

Einer der Gründe dafür könnte sein, dass vom 23. Mai 1966 bis zum verhängnisvollen 21. August des gleichen Jahres die Doors jedes Konzert im Whisky eröffnen durften. Sie waren die Hausband und spielten jeden Abend zwei Shows, bei denen Morrison mal mehr, mal weniger stoned oder anderweitig zugedröhnt war.

An besagtem Tag im August verpasste Jim den ersten Auftritt, den die Band zwangsläufig ohne ihn spielte. Als sie ihn für den zweiten Auftritt aus dem Tropicana Hotel abholen wollten, fanden sie ihn in seinem Zimmer, lediglich mit Unterhose und Stiefeln bekleidet. Er hatte kurz zuvor einen Acid Trip eingeworfen.

Verpeilt wie er war, nahmen ihn die restlichen Bandmitglieder mit und schickten ihn trotzdem auf die Bühne. Das war der legendäre Moment, in dem Morrison dem Song, „The End“, die berühmten Zeilen „Father, I want to kill you…. Mother, I want to fuck you…“ hinzufügte und so für den Rausschmiss aus dem Whisky sorgte.

Geschadet hat es ihrer Karriere offensichtlich nicht.

Die Doors auf der Meta-Ebene

Auch im Whisky schlagen die Doors noch ein zweites Mal zu, allerdings ein paar Jahrzehnte nach Jims Tod. Für die Dreharbeiten von Oliver Stones Film „The Doors“ wird das Gebäude erneut leuchtend rot gestrichen und die markanten Streifen an der Dachkante erneuert. Im Film taucht sowohl das Innere, als auch das Äußere der Konzerthalle auf.

Den Club „London Fog“ mimt im Film übrigens der „Viper Room*“, ein kleinerer Club auf der gegenüberliegenden Straßenseite, der zum Teil Johnny Depp gehört. River Phoenix starb 1993 direkt vor dem Club an einer Überdosis.

Pure Rock History!

Santa Monica Pier

Als hätte uns der Santa Monica Pier* in Form von kurzen Einblendungen und Kameraschwenks nicht schon durch alle sieben Staffeln begleitet, bekommt er in der letzten Folge der siebten Staffel noch einmal einen gesonderten Auftritt. In der Szene daten zwei der Nebencharaktere, so viel kann ich verraten. Natürlich sage ich nicht wer, für den Fall, dass du Californication noch nicht zu Ende geschaut haben solltest.

Die Beiden essen im Restaurant „The Lobster*“ zu Abend und stehen anschließend direkt vor dem beleuchteten Schild des Santa Monica Pier, das jeder Los Angeles Tourist mindestens einmal in seinem Leben besucht haben sollte.

Und Morrison? Keine Sorge… der war mit Sicherheit auch schon hier.

Die Musik der Doors in der Serie

Die Nähe zu den Doors lässt sich allerdings nicht nur an versteckten Querverweisen und Locations festmachen, sondern auch anhand einiger musikalischer Gastauftritte in der Serie selbst. Wo genau, findest du hier, zusammen mit einer kompletten Liste aller Songs aus Californication.

Viel Spaß beim Stöbern!

 
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